Kollaps der Verbrennungsmotoren und andere feuchte Klimaträume

Venturi_Eclectic
Autonomes Elektro-Gefährt

Der kalifornische Zukunftsforscher Seba hat sich auf Geschichten spezialisiert, die so schön  sind, dass alle sie hören möchten. Z.B die vom Konsumenten geleiteten Ende des Ölzeitalters. 2030, sagt Seba, würden die Amis in selbstfahrenden E-Autos um 50% mehr Kilometer als heute herunterspulen – wobei sie 75% Kosten sparten. Und wenn sie 2050 noch nicht gestorben sind, werden sie sich auch dann noch herumkutschieren lassen.

Rethinking Transportation 2020 – 2030, heißt Sebas neueste Variante, die  u.a. hier abzurufen ist.

Wie jeder gute science fiction hat die Story in Erfahrungen und Gedanken des Alltags der Gegenwart ihren Ausgangspunkt.

In diesem Fall in den mannigfaltigen Sorgen rund um die Anschaffung eines neuen fahrbaren Untersatzes. Also beispielsweise, was dessen Finanzierung angeht.

Beim Autokauf müssen heute hohe Beträge auf den Tisch gelegt werden, eigenes Geld – oder auch fremdes, von der Bank gepumptes.

Dafür hat der Käufer dann ein Besitztum am Hals, das Sorgen macht (der neue Lack) und Geld kostet (Kaskoversicherung, Garage).

Doch in Zukunft wird nutzen besitzen ersetzen, hat sich Seba gedacht,  und wenn es genügend car sharing-Angebote gäbe, würden einem die Leute die Tür einrennen, wenn sie sich den Eigentumserwerb ersparen können.

Angetrieben wird diese eierlegende Wollmlichsau eines intelligenten Spar-Vehikels mit Strom (der in Sebas Heimat, Kalifornien, zu 60 Prozent mittels Gas erzeugt wird).

Herz solch “autonomen Elektroautos” (von Seba nicht ironisch gemeint!) ist ein Elektromotor, der wartungsärmer und effizienter ist, als die heute handelsüblichen Verbrennungsmotoren.

Natürlich nur für sich genommen effizienter (wenn man davon absieht, dass bereits die Umwandlung von Gas in Strom eine verlustträchtige Angelegenheit ist, dass dieser Strom dann via Leitung verlustträchtig transportiert und verteilt werden und in schweren Batterien gespeichert werden muss, die ihrerseits in den EVs durch die Landschaft kutschiert werden (um von Zukunfts-Strom aus PV und Windmühlen gar nicht erst zu reden zu beginnen).

Außerdem würden die selbstfahrenden Autos in weniger Unfälle verwickelt sein – weswegen die Behörden sie auch rasch zulassen würden (von hilfreichen staatlichen Umweltvorschriften einmal abgesehen, beispielsweise Fahrverboten für ICE-Autos in den Innenstädten).

Zum bevorstehenden, angeblich nachfrageseitigen peak oil, wird auch anderswo erzählt, tragen die vom wachsenden weltweiten CO2-Ausstoß diktierten strengen gesetzlichen Vorschriften bei (z.B. in den EU-Ländern, die zusammen gerade noch 10 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen).

In der Volksrepublik China dagegen, die in den vergangenen Dekaden immer mehr von den unmodern gewordenen Hydrokarbon-Treibstoffen importiert hat, scheint man sich auch Gedanken über die künftige Verfügbarkeit von frischem Brennstoff zu machen, weshalb man sich an die Methanhydrate in der Südchinesischen See heranmacht.

Ist aber egal. Hauptsache, unsere Europäisten und ihre kalifornischen Geschwister erlassen genügend regulatorische Akte um ihre Untertanen von der klimaschädlichen und unmodernen Nutzung von Kohlenwasserstoffen abzubringen.

Bild: VenturiAutomobiles via Wiki Commons [CC BY-SA 3.0]

Unabhängiger Journalist

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