Kurzer Nachtrag zur Grönland-Debatte, die in der EU vorschnell für beendet erklärt wurde, während Beobachter aus Russland in einer Parallelwelt zu leben scheinen, in der die USA bereits die grönländischen Gletscher besetzt haben (ebenso wie eine theatralische Kommandoaktion in Nordvenezuela für eine nachhaltige erfolgreiche Durchsetzung imperialen Willens gehalten wird, während gleichzeitig Xavier Milei in Buenos Aires mit den Post-Maduro-Chavisten in Caracas vermengt wird). Dieser Blogger bleibt bei seiner Einschätzung, dass a) noch nicht aller Tage Abend ist, sich b) längerfristig gesehen, die USA Grönland einverleiben werden und c) dass der zentrale US-Hintergedanke dabei aber die absehbaren grönländischen Ansprüche auf arktisches Öl und Gas sind.
Nach der Lektüre des USGS-Reports von 2008 und einigen Nachfolgepublikationen sieht er sich in der Einschätzung bestärkt, dass vermutete arktische Fossil-Ressourçen für Trump der eigentliche “name of the game” sind, aber dass die “Anrainer-Rechte”
vielleicht doch nicht eine so Ausschlag gebende Rolle spielen.
Schenkt man dem USGS un dessen Interpreten Glauben, ist das grönländische “Kuchenstück” dem norwegischen fast ebenbürtig und um fast die Hälfte kleiner als jenes von Alaska.
- siehe dazu die Tortengrafik in der “Einführung” von Stephen, Knecht und Bartsch, S. 128
(die ihrerseits auf Informationen des USGS fußt – “Budzik 2009″).
In der Tortengrafik messen die Autoren (Generisches Maskulinum) Grönland einen Anteil von 11 Prozent an den in der Arktis vermuteten Öl- und Gas-Ressourçen zu
(wobei es bei Grünland einen erklecklichen Anteil von Öl-Vorkommen geben könnte).
Dies ließe sich mit den norwegischen 12 Prozent sowie den US-amerikanischen 20 Prozent vergleichen.
Nun kann das eine wilde Einschätzung sein, die sich nicht in Reserven niederschlägt und/oder die weit daneben liegt,
und außerdem dazu führen kann, die Kosten und Probleme einer Erschließung dieser Vorkommen zu bagatellisieren.
Aber so wie’s aussieht, könnte in der “grönländischen Arktis” am Meeresgrund, aber im relativ flachen Wasser immerhin “vertikal nach unten gebohrt werden”, das entsprechende Know How und Kapital vorausgesetzt.
Dass es “dort oben” was zu holen gibt, deuten übrigens die russischen Gasfelder in Jamal und der Barentssee sowie das Öl der North Slope an
(während die Vorkommen in der – norwegischen – Nordsee deutlich südlich des Polarkreises liegen).
Wie dem auch sei
- Erfolgsgarantie gäb’s keine, aber die Aussichten auf profitables Bohren sind im Arktischen Ozean besser als bei vielen anderen Projekten, Grönland selbst inklusive.
Vorausgesetzt natürlich, die “territoriale Zersplitterung” wird beseitigt und “Umweltregulative” werden abgeschwächt oder gar abgeschafft.
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