Ö: Eine Theorie z. Spitzenpersonal im hiesigen Quasi-Staatsfunk

Dieser Blogger, der in einem früheren Leben einmal Medienjournalist war, hat mit wachsender Belustigung die Vorgänge um den “überraschenden Rücktritt” des bisher agierenden ORF-Generaldirektors verfolgt. Er hegt die “nicht beweisbare Verschwörungstheorie”, dass jener Weißmann, der 2022 wohl aufgrund einer “politischen Einigung hinter den Kulissen” Generaldirektor wurde, 1024px-Johannes_JJ_Pietsch_-_Federal_Chancellery_-_2025-05-19_-_SRO4825-ARW_(cropped)jetzt nicht mehr plangemäß gehen wollte und daher mit brachialeren Mitteln abserviert werden musste. Der “Side-Letter”, aufgrund dessen W. vor vier Jahren ins Amt gekommen sein dürfte, ist freilich nicht der gleiche wie jener, aufgrund dessen er jetzt gehen sollte.

Der erste Side-Letter war der zwischen den schwarzen und grünen Koalitionspartnern und der jetzige Side-Letter ist der zwischen den schwarzen, roten und pinken Koalitionspartnern, die sich bei Regierungsantritt vor gut einem Jahr übrigens scharf von jeglicher geheimer Side-Letterei distanziert haben      :mrgreen:

Natürlich werden auch in der östlichen Alpenrepublik ausnahmslos alle Spitzenposten von den (präsumptiven) Regiernden der nächsten Jahre “ausgepackelt”,

aber es sollte heute nicht mehr so augenfällig werden wie vor – sagen wir – 30 Jahren. Schließlich musste man damals hoch bezahlte Leute “bei vollen Bezügen spazieren schicken”, was

  • ziemlich aufffällig und außerdem
  • ziemlich verschwenderisch ist.

Am Prinzip hat – allen gegenteiligen “populistischen” Beteuerungen zum Trotz – freilich noch niemand was geändert.

Die meisten Innenpolitik- Journos wissen das aus langer Diensterfahrung,

sind aber geneigt, den neuen Besen das “jetzt aber wirklich!” zu glauben, sofern nur ideologische Ausrichtung und Augenaufschlag stimmen.

Und der “schwarze” Weißmann, der Anfang 2022  das Generaldirektors-Amt angetreten hat, hätte seinen “Pflichtteil” gehabt, hätte er keine Brösel gemacht und wäre er Ende 2026 plangemäß ausgelaufen.

Aber so hat er vor kurzem seine Wiederkandidatur für das Amt angekündigt, was a) die ÖVP und b) die als Freundeskreise getarnten Regierungsfraktionen im Stiftungsrat in Schwulitäten gebracht hat.

Den Bundes-Stocki, weil er dem soeben Parteitags-bestätigten Babler-Andi anlässlich der Regierungsbildung den Posten versprochen hat, “sobald der Weißmann weg ist” und den Freundeskreis,

der sich schwer getan hätte, wen anderen zu bestellen als einen Mann,

der seit 30 Jahren im Unternehmen und seit mehr als vier Jahren Generaldirektor ist.

Wie gesagt, der Weißmann hatte seinen Teil und für seine “rote Nachfolgerin” wären, wenn sie brav ist, auch noch fünf Jahre verblieben -

bis Ende 2031 und vielleicht sogar noch länger

(spätestens Ende 2029 muss im Bund wieder gewählt werden).

Aber so hat der Weißmann Brösel gemacht, indem er seine Wiederkandidatur ankündigte (oder ist “vorgeschickt worden),

weswegen man es anscheinend jetzt “auf die harte Tour versucht”.

Gott sei Dank fand sich eine Frau, die W. sexuell belästigt haben soll,

derselbe GD Weißmann, der sich des damit verbundenen Risikos anscheinend nicht bewusst gewesen ist,

obwohl er doch die vergangenen 30 Jahre in dem Unternehmen verbracht hat, das verschiedentlich als “Intrigenstadel” charakterisiert wird…

aber, wie gesagt, beweisen kann ich nix.  :mrgreen:

Bild: Österreichisches Außenministerium, CC BY 2.0,  via Wikimedia Commons

Unabhängiger Journalist

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.