Abgesehen davon, dass Bomben weder Menschen-, noch Naturrechten zum Durchbruch verhelfen, sind brennende Ölförderanlagen & Raffinerien und eine abgeschnürte Lebensschlagader unserer “Zivilisation” so ziemlich das Letzte, was “die Welt” zum Ausklang des Erdölzeitalters benötigt; ein “geopolitisches Kochrezept” um aus einer schlimmen eine noch schlimmere Situation zu machen. Interessanterweise blasen jetzt nicht nur “rechte”, sondern auch “liberale Intellektuelle” zum Angriff auf den vermeintlichen regionalen Statthalter des vermeintlichen globalen Widersachers der USA, der Volksrepublik China – freilich unter Annahmen, die ziemlich fragwürdig sind.
Vorbemerkung: Dieser Blogger hat lange, letztlich aber vergeblich versucht, bestimmte hyper-emotionalisiernde Themen von staatsstreich.at fern zu halten. Das ist ihm schon bei Gaza nicht ganz geglückt, das er als Fortsetzung der Hitlerschen, Stalinschen und sonstigen Genozide, ethnischen Säuberungen und Umsiedlungen des 20. Jahrhunderts begreift – siehe dazu die unüberschaubaren Veröffentlichungen zu den Deutschen im 2. Weltkrieg, aber auch zu Stalin etc., etwa hier.
Der “Fall Gaza” selbst hat vordergründig noch wenig mit Ressourçen- und Energieknappheit zu tun. Umso schlechter fällt die Bilanz beim Ende Februar begonnenen “neuen Golfkrieg” aus, der ganz offensichtlich ein “Energie-Krieg” ist, egal, was dazu rationalisiert wird. Es hat freilich jede(r) das Recht, seine persönliche Rationalisierung davon auszudrücken.
Ein Lieblings-Mem befangener Kommentatoren von rechts ist die vermeintlich destabilisierende Auswirkung die israelische und US-Luftangriffe auf das “Mullah-Regime” haben sollen
(ungefähr so, wie weiland die Bombardierung von Dresden dem “Hitler-Regime” geschadet hat
)
Im Unterschied zu Dresden 1945, das stattgefunden hat, als motorisierte Verbände von Ost und West Richtung Berlin vorstießen (und das globalisierte Ölzeitalter erst so richtig begonnen hat), scheint es jetzt freilich darum zu gehen, diesem Zeitalter möglichst schnell das Lebenslicht auszublasen.
Religiös motivierte Irre und Technologie-Vergötzer bündeln dabei ihre Kräfte.
Die Verkennung der Situation durch Trump, Netanjahu, aber auch “Europa”, Arabien und die BRICS-Staaten ist nahezu einhellig. Alle gieren danach, sich möglichst rasch den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen.
Und besonders süß sind Experterl, die glauben, der “Würgegriff um den Flaschenhals von Hormuz” werde primär eh nur China betreffen.
- Er wird aber alle Asiaten und auch Europäer betreffen, die auf “Exportländer hinter der Straße von Hormuz” angewiesen sind;
- nicht zwingend auf den Iran, weil der produziert nur 4,5 Millionen Barrel pro Tag, von denen er 2 Millionen Barrel selber verbraucht;
- nein, angewiesen auf Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder den Irak, die die Hauptlast der Erdölversorgung Asiens stemmen,
- zugegeben auch der Volksrepublik – die freilich deutlich mehr Öl von den Golfarabern kriegt als von den Persern, denn
- 16,5 mmbd Verbrauch (2024) müssen erst beigeschafft werden, wenn man selbst nur 4,3 mmbd produziert.
- Nach größerer Schmus sind die berühmten venezolanischen Lieferungen nach China, die durchaus 90 Prozent der dortigen Gesamtexporte ausmachen mögen, die aber das Kraut nicht fett machen, wenn – die halbe Welt entfernt – nur 0,9 mmbd produziert werden.
- “Europa” wird auch leiden, speziell nachdem es russisches Öl/”Produkte” gewissermaßen von der Bettkante gestoßen hat. Zwar stammten mengenmäßig lediglich 20 Prozent der EU-Ölimporte aus Saudiarabien und dem Irak, es handelte sich aber um Zeug, aus dem in den hiesigen Raffinerien größere Mengen Mitteldestillate gebraut werden konnten, was man vom US-amerikanischen LTO nicht behaupten kann.
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