Spione & Tugendterror: Falscher “Rassismusskandal” um Roseanne

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“Norforn-Dokument” vom 21.11.2011

Medien ereifern sich über einen Rassismusskandal rund um die US-Komödiantin Roseanne Barr. Stein des Anstoßes ist eine angeblich oder wirklich rassistische Twitterbotschaft der Schauspielerin. Die Journaille unterschlägt aber deren Entstehungskontext: Dokumente, die zeigen, dass Barack Obamas CIA 2012 die französischen Wahlen ausspionierte. NB zu Wichtigem und weniger Wichtigem.

Über die “Geschichte im Vordergrund”, eine im April 2017 verschickte Twitterbotschaft, kann jede(r) in den wie üblich schlecht informierten Mainstream-Medien nachlesen, zum Beispiel hier.

Es handelt sich um eine “flapsige Bemerkung”, die man – zugegebenermaßen – als rassistisch auffassen kann (“Planet der Affen”), wobei übrigens auch auf (unbewiesene) verdeckte Machinationen der Moslembrüderschaft angespielt wird.

Die kontroverse Bemerkung – für die sich Roseanne am Dienstag “entschuldigte” – rief einen offenkundig inszenierten Empörungssturm unter Kollegen hervor, woraufhin ABC die Roseanne-Show für abgesetzt erklärte.

So weit so unwichtig.

Brisanter Kontext

Ungleich wichtiger als inszeniert-routinierte Aufpudelei scheint (wohl nicht nur) diesem Blogger aber der Zusammenhang, in dem die Aussage gemacht wurde.

Dieser wird in den Mainstream-Berichten völlig verschwiegen.

Es handelt sich um eine Reaktion auf eine Wikileaks-Veröffentlichung, die ziemlich überzeugend zeigt, dass die CIA 2012 die französischen Präsidentenwahlen bespitzelt hat.

Die einzige Ausnahme zur Journaille-Regel des Verschweigens von Tatsachen ist diesmal The Wrap – jene Internetseite, die den “Rassismus-Scoop” landete und die es damit schaffte, weltweit ins Gespräch zu kommen (als “Quelle”).

The Wrap druckt hier als Faksimile den Kontext der Botschaft ab – was zeigt, dass der Roseanne-Sager die Reaktion auf eine Bekanntmachung von Wikileaks war, nämlich:

Full doc: CIA orders to hack Le Pen & other French presidential candidates”

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Quelle: Wikileaks-Twitter

Das von Wikileaks verlinkte, sieben Jahre alte Originaldokument ist aus Sicht dieses Bloggers über jeden Zweifel erhaben -

zugegebenermaßen aus der “Laiensicht” einer Person, die sich nicht professionell mit Echtheitsprüfungen beschäftigt.

Die Echtheit der Emails, die WL in seinen DNC-Leaks veröffentlicht hat, ist jedenfalls unbestritten – bisher zumindest….

Nachbemerkung, 30.5.2018, 14.30 Uhr: Der Zwitscherer von Roseanne mag “rassistisch” sein – obwohl der implizite Vergleich von “Farbigen” mit den Herrenwesen des Planeten der Affen “objektiv” mehr als doppelbödig ist und sich nur sehr bedingt als Beleidigung eignet….

Völlig egal.

Wer diesen Rassismus thematisiert und den ungleich bedeutsameren Entstehungszusammenhang ausblendet, hat IMO keinen Funken Urteilsvermögen.

Unabhängiger Journalist

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