Der spanischsprachige Blogger Quark, dem hier bei einigen Dingen nicht zugestimmt wird, verfügt in Sachen Erdöl über eine Informationsbasis, von der dieser deutschsprachige Blogger nur träumen kann. Quarks “(vor)letzter Streich” ist eine Art “Kleine Geschichte der Meeresenge von Hormuz seit Jahresbeginn 2026“, inklusive der (versuchten) Umgehungswege. Vom Chart einer Schweizer Großbank ausgehend, “erzählt” Quark die Phasen der Ölexporte von “hinter der Straße von Hormuz”.
Konkret handelt es sich um diese Grafik der UBS, die auf Basis von Daten der S&P Global Market Intelligence gemacht wurde.
- Aus ihr geht der Absturz der Rohöl- und Produktenexporte mit Kriegsbeginn Ende Februar/Anfang März hervor, aber auch, dass
- schon seit Mitte bis Ende März 2026 etwa 5 – 6 Millionen Barrel pro Tag über “Bypass-Pipelines” in Saudiarabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten transportiert wurden, ehe
- in der Ära des “memorandums of understanding” von Mitte Juni bis Mitte Juli die offiziellen Exporte wieder zulegten und den “Bypass-Pipelines” gewissermaßen Geschäft wegnahmen.
- Nach dem Wiederbeginn der US-Bombardements von iranischen Zielen erlebten diese Umgehungsleitungen eine “Renaissance” bis in den August hinein, als diverse Attacken gegen die saudische Ost-West-Pipeline einsetzten.
- Ab diesem Zeitpunkt ist vor allem die Zunahme der “dark transits” bemerkenswert. Darunter wird eine närrische Praxis verstanden, bei der kleinere Öltanker die Meeresenge durchqueren, vorgebend, sie könnten vom iranischen Militär nicht wahrgenommen werden, weil sie ihre “AIS-Transponder” abgeschaltet haben. Das ist mit kleinen Kindern vergleichbar, die glauben, sie könnten nicht gesehen werden, weil sie ihre Augen zu machen, als “Beweis” wird aber, dass die Schinakl nicht beschossen werden (dass den Iranern sehr wohl, Zoll, Steuer oder wie immer man das nennen mag, gezahlt wird, muss ja nicht laut gesagt werden. Auf die Art kann a) ein Obolus entrichtet werden ohne b) Onkel Sam zu verärgern, den man bis auf weiteres ja noch braucht. Vor der Küste von Oman wird dann in größere Tankschiffe umgeladen, die von den USA “eskortiert” werden
Die Frage ist nur, wie lange derlei toleriert wird. Diese Praxis bringt Teheran zwar dringend benötigte Staatseinnahmen, aber wenn wieder bombardiert wird,
dürfte die Zeit des Augenzumachens vorbei sein.(jedenfalls wurde damit “inoffiziell gedroht”; im Fall von Luftangriffen auf Irans “zivile Infrastruktur” soll es zusätzlich zu “Vergeltungsschlägen” gegen die restlichen golfarabischen Öl-Anlagen kommen).
Sollte derlei mit welcher Begründung auch immer stattfinden,
ist wohl endgültig “Schluss mit lustig”.
Derzeit – also unter “erleichterten Kriegsbedingungen” – sollen täglich 10 bis 11 Millionen Barrel Rohöläquivalente – den Engpass passieren (Crude und “Produkte”).
Das ist etwa die Hälfte des Vorkriegsniveaus und die Einbußen ließen sich mit einer Kombination aus “demand destruction”, “temporären Notnägeln” und diversen Solidaritätsaktionen womöglich in den Griff bekommen (wenigstens “energetisch”).
Fallen die “Bypässe” in Fujairah und Yanbu sowie die “dark transits” weg,
ist der Ausfall für das Petrodollar-Gesamtsystem wohl zu hoch
(was ja durchaus intendiert sein könnte).
Dann kämen aus der Region inkl. Iran nöchstens noch zwei bis vier mmbd
(schätzt dieser Blogger).
Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.