Englischer Rechter legt Sozi Tsipras den Austritt aus der Eurozone nahe

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MEP Farage, Quelle: Youtube

UKIP-Schlüsselfigur Farage hat den griechischen Premier Tsipras aufgefordert, sich Demokratie und Seele seines Landes zurückzuholen und Griechenland aus der Eurozone zu führen. Farage sprach vor dem Europäischen Parlament in Strassburg, das Tsipras am Mittwoch besucht hatte. Farages vierminütige Wortmeldung geriet zur Abrechnung mit der gemeinsamen europäischen Währung.

Hier ist das YT-Video, das an dem Mangel leidet, seitenverkehrt aufgezeichnet worden zu sein. Danach folgen Auszüge aus Farages Rede (eigene Übersetzung ins Deutsche). Dank an Zerohedge und Sovereign Man.

“Was wir hier in dieser Kammer und in ganz Europa sehen, ist die unversöhnliche kulturelle Differenz zwischen Griechenland und Deutschland, die Teilung zwischen dem Norden und Süden Europas. Das europäische Projekt beginnt zu sterben. Das wird in diesem Raum hier niemand wahr haben wollen, aber die Völker Europas sagen: Wir sind nie gefragt worden, ob wir das wollen. Das ist uns aufgezwungen worden. (…)

Jenen von uns, die das kritisiert haben, wurde gesagt, dass wir Extremisten seien und keine Vision hätten. Eine Vision, die uns freilich nicht fehlte, war, dass wir verstanden haben, dass die Länder Europas verschieden sind. Wenn man versucht, verschiedene Völker oder Wirtschaften zusammen zu zwingen ohne die Zustimmung der Völker zu suchen, wird das nicht  funktionieren. Dieser Plan ist gescheitert. (…)

Wir sprechen heute nicht nur über Griechenland. Der ganze Mittelmeerraum hat die falsche Währung. Und doch hat niemand in der politischen Arena den Mut aufzustehen und das zu sagen. Der Kontinent ist nun von Nord bis Süd geteilt. Es gibt eine neue Berliner Mauer und man nennt sie den Euro. Die alten Animositäten sind wieder aufgetaucht. (…)

Herr Tsipras, Ihr Land hätte nie dem Euro beitreten sollen und ich denke, das ist ihnen bewusst. Aber die großen Banken, Unternehmen und die große Politik hat es hineingezwungen. Goldman Sachs und die deutschen Waffenproduzenten waren sehr glücklich darüber.

Die Bailouts waren nicht für das griechische Volk bestimmt. Es handelte sich um die Bailouts von französischen, deutschen und italienischen Banken. Sie haben Ihnen (den Griechen) nicht im geringsten geholfen. Diese Jahre der Austerität, diese Jahre der hohen Arbeitslosigkeitt und wachsender Armut haben nicht geholfen. Das Verhältnis ihrer Schulden zum Bruttoinlandsprodukt ist von 100 Prozent zu Beginn der Krise auf 180 Prozent jetzt gewachsen.

Sir, es wäre Wahnsinn, diesen Kurs fortzusetzen. Sie waren sehr tapfer. Sie haben ein Referendum angesetzt – und als einer Ihrer Vorgänger einmal dasselbe versucht hat (G.Papandreou), ließen die Brüsseler Schlägertypen ihn entfernen. (…)

Sir, sie können ihren Kuchen nicht essen und ihn gleichzeitig behalten. Diese Leute werden ihnen nicht mehr geben, denn sie können es sich nicht leisten. Wenn sie Ihnen mehr geben, dann müssen sie auch den anderen Eurozonen-Mitgliedern mehr geben.

Ihr Moment ist gekommen und ich sage in aller Offenheit: Wenn sie Mut haben, sollten sie das griechische Volk mit erhobenem Haupt aus der Eurozone führen. Holen sie sich ihre Demokratie zurück ! Holen sie sich die Seele ihres Landes zurück ! Geben sie ihrem Volk jene leadership und Hoffnung, nach denen es sich sehnt !

Ja, es wird in den ersten paar Monaten schwer werden – aber mit Hilfe einer abgewerteten Währung und Freunden Griechenlands auf der ganzen Welt werden Sie sich erholen.

Unabhängiger Journalist

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