Bolz & die CO2-Hopser

Bolz_Cover_resizedDer pensionierte Medienwissenschafter Norbert Bolz, der “die klassischen Massenmedien inzwischen abgeschrieben hat”, hat eine Aufsatzsammlung veröffentlicht, in der er Phänomene wie Angst(lust), Panikmache & Katastrophismus seziert. Seine “Initialzündung” ist der infantile Kult um das Kohlendioxid und dessen angeblich überragende Klimawirksamkeit. Während viel Wahres & Amüsantes über die “Lust an der Apokalypse” gesagt wird, läuft eine solche Haltung Gefahr, “das Kind mit dem Bad auszuschütten” und eine evolutionspsychologisch sinnvolle Emotion zu diskreditieren.

Viele Akteure des Klimawandel-Glaubens sieht Bolz heute in Positionen,

in denen sie entweder real an der Spitze staatlicher Befehlsketten stünden oder aber “moralisch mächtig” seien wie z.B. der “grüne Papst” und dessen Einflüsterer aus dem Institut für Klimafolgenforschung

- oder aber es handle sich um nicht erwachsen werden wollende Peter Pan-Typen, die zu Ikonen der Weltenrettung hochstilisiert würden;

pseudowissenschaftlich unterstützt durch Katheder-Katastrophisten, die es in Deutschland schon zu Max Webers Zeiten gegeben hat (was dieser Blogger nicht wusste).

Freilich, meint der Autor, der querbeet von Homer bis Hans Magnus Enzensberger zitiert,

seien die Wurzeln des Humbugs viel breiter gestreut und würden in seinem Heimatland vom spezifisch deutschen Angst- und Schuld-Kult genährt,

wo schlechtes Gewissen über die eigene gute Lebensführung in den geheimen Wunsch nach einer Apokalypse umschlage, was für Paranoiker psychisch entlastend sei.

Die Deutschen seien als Volk eine wahre “Avantgarde der Angst”.

Den in ganz Europa modischen Klimakatastrophismus sieht er jedenfalls in einer Tradition (nicht wirklich) “Empirischer Apokalypsen”,

vom atomaren Overkill über das Ozonloch in der Atmosphäre und den sauren Regen bis hin zum sogenannten Klimanotstand durch Kohlendioxid.

Auch der “Simon-Ehrlich-Wager”, die drohende Ressourçenknappheit oder der 1972 erschienene Bericht des Club of Rome werden in diesem Zusammenhang erwähnt.

“Reale Apokalypsen” sind für Bolz dagegen Naturkatastrophen, die bereits stattgefunden haben wie

  • der Einschlag des Meteoriten, dem vor 50 Millionen Jahren die Saurier zum Opfer gefallen sind,
  • der Ausbruch des Vulkans von Thera, der die Minoische Kultur um die Ecke brachte oder
  • das Erdbeben von Lissabon 1755, das traumatische Folgen für die Geistesgeschichte Europas (und der Welt) hatte.

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Bis an diese Stelle kann dieser Blogger mit dem Autor “gut mit” -  auch er hält die auf undurchschaubaren Rechenmodellen aufbauende Lehrmeinung zum anthropogenen Klimwandel für wenigstens fragwürdig (und die Ansicht, die Sonne habe praktisch keinen Einfluss auf das irdische Klima, für offenkundig unsinnig)

- um von den politischen Folgerungen, die aus solch “Wissenschaft” gezogen werden, ganz zu schweigen.

Man braucht nicht einmal Naturwissenschaftler zu sein um zu erkennen,

dass es sich hier um einen Haufen Stuss handelt – man muss nur Statistiken lesen und dabei Größenordnungen zueinander in Beziehung setzen.

Aber knappe Ressourçen und der Kampf um diese sind kein Aberglaubenssystem wohlstandsverwahrloster Prinzessinen auf der Erbse,

sondern eine Tausende Jahre alte, reale Menschheitserfahrung, die durch die Nutzbarmachung von Kohle, Öl und Gas seit ca. 1800 zwischenzeitlich unterbrochen wurde

(was die Verachtfachung der Bevölkerung ermöglicht haben dürfte – vielleicht eine zufällige Korrelation, wahrscheinlich aber Kausalität).

Dass ein Vielfaches menschlicher “Verbraucher” zu “Ressourçenknappheit” bei Ackerfläche, Wasser und dichter Energie führt, ist für diesen Blogger ein “no brainer” – Substitution hin, Technologie & Digitalisierung her;

dieser Blogger hat über 15 Jahre die weltweite Ölförderung studiert und sieht “belastbare Indizien” für einen bevorstehenden raschen Abschwung – für Details ist hier nicht der Ort).

Wohl wahr, auch das, was sich hier abzeichnet, hat noch nicht stattgefunden und de futuris contingentibus non est determinata veritas

- aber “rein spekulativ” oder gar “weit hergeholt” sind neo-malthusianische Schlussfolgerungen nicht.

Wie dem folgend eingebundenen Interview mit Punkt. Preradovic zu entnehmnen ist, hält Bolz den aktuellen Corona-Scare für eine dem Klimawahn vergleichbare Massenhysterie

Vielleicht trifft das zu. Vielleicht geht es aber um etwas völlig Anderes.

 Norbert Bolz, Avantgarde der Angst. 2020

Unabhängiger Journalist

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