“Corona”, Sekten-Mentalität und die “Globalisierung” von Jonestown

Bürger, die von Schlagzeile zu Schlagzeile leben, könnten über dem Geschrei über “Putin” (und zuvor den Abgang eines österreichischen Ministers) auf die Idee verfallen, dass der Corona-Spuk nun vorbei sei. Das wäre ein Irrtum. Das regierende sich demokratisch nennende Polit-Gesindel wird nicht davon ablassen -cover_kult_resized nicht zuletzt, weil es Abermillionen eine “Impfung” aufgenötigt hat, die sich als Fitness-Parcours für enen synthetisch hergestellten Krankheitserreger entpuppen könnte. Je klarer sich derlei abzeichnete, desto entschlossener würden sich das Gesocks und die ihm verbliebenen Getreuen hinter den Mauern einer globalen Sekte verschanzen.  Eine Buchbesprechung.

“Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung (…) Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen.” Immanuel Kant, Was ist Aufklärung?

“Der Kult” des nonkonformistischen public intellectual Gunnar Kaiser will sich erklärtermaßen nicht mit mit Viro- und Epidemiologie auseinander setzen,

sondern eher mit Sozial- und Religionspsychologie und die zentrale Fragestellung seines Buchs lautet:

Wie war/ist es möglich, dass scheinbar aufgeklärte Bürger des beginnenden 21. Jahrhunderts ohne erkennbaren Widerstand demokratiepolitische Monstrositäten sonder Zahl über sich haben ergehen lassen?”

Mehr noch: Folgt man der besprochenen Analyse, geht es nicht bloß um fehlenden Widerstand,

sondern um die aktive Teilnahme an einer totalitären Bewegung – was der Autor im Anschluss an Eugene Ionesco “Nashornifizierung” nennt.

Die Nashornifizierung von Otto und Grete Normalverbraucher beruhe, so eine zentrale Antwort des Verfassers, auf einer Massenkonversion zum Glauben einer säkulären Sekte

- eines Kults, der wie seine meta-physischen Geschwister mit Rationaltät und Argumenten nicht entkräftet werden kann.

“Fakten” spielten hier wie auch in allen anderen schwärmerischen Bewegungen keine Rolle mehr

(diese können freilich etwa über Zensurgesetze oder eine selektivere Publikation von Regierungsstatistiken – “Impfstatus” – eine Weile verborgen werden ).

Bei gängigen Sekten-Erzählungen sei es eben

nicht der Bezug zur Realität, auf den es ankommt. Sie können sogar irreal oder, wie gesehen, pseudoreal sein. Sie können fantastisch erscheinen, können den bekannten Fakten zuwiderlaufen und fast wahnhaften Charakter aufweisen, wie es bei den Großideologien des 20. Jahrhunderts der Fall war.”

Manchmal scheine es gar: Je irrealer, desto größer die Verführungskraft.

Die wichtigste Inspiration holt sich Gunnar aus einem vor eineinhalb Jahren publizierten Aufsatz des US-Amerikaners CJ Hopkins, ursprünglich eines Satirikers:

Beim “covidianischen Kult”, meint Hopkins, gehe es um eine globale totalitäre Bewegung, die historisch erste ihrer Art.

Gleichzeitig handle es es sich aber auch um eine Massenpsychose,

deren lächerliches äußeres Erscheinungsbild für “Jünger im Inneren” ebensowenig ein Problem darstelle wie – zunächst – der Realitätsverlust des “psychotischen Kollektivs”.

In der Jetztzeit könne, ja müsse eine Sekte sogar im Mantel der Wissenschaftlichkeit daher kommen.

Sie beruft sich dabei nicht auf einen vor Jahrtausenden geoffenbarten göttlichen Willen, sondern auf ideologiekonforme Pseudo-Wissenschaft.

Inkonsistent wirke der Kult dabei nur nach außen und blind seien dessen Anhänger nur für den eigenen Totalitarismus (nicht den anderer).

Heute, sagt Kaiser, gehe es auch nicht mehr wie vor 50 Jahrem um “kultische Einsprengsel” in Großkulturen

- nein, der Covidianismus werde selbst zur dominierenden Kultur.

Todes-Kult einer säkulären Moderne

Nicht mehr länger drehe es sich um ein paar Hundert im Dschungel von Guyana lebende Marginalisierte,

sondern um in Hauptstädten an den Schalthebeln der Macht Sitzende, die in Mainstream-Journaille und sozialen Medien überdes glorifiziert (oder wenigstens entschuldigt) würden

- während Ungläubige und/oder Ketzer weg retuschiert oder gleich diffamiert würden. Hass werde manchmal als eine höhere Form von Empathie dargestellt.

Eine solche Quasi-Religion biete den erfolgreich Eingeweihten eine entscheidende Identitätsstütze,

ein proprietäres Denksystem

und sogar einen eigenen Jargon, der von Co-Kultisten auf der gesamten Welt verstanden werden könne.

Outgroup” sind Wissenschaftsleugner unterschiedlichster Couleur von religiös motivierten “Fundamentalisten” bis zu “Klima-Dissidenten”.

(K. geht dabei übrigens den Claims von von der Sektenführung gut geheißenen offiziösen Experten weitgehend auf den Leim).

Und weil es so offensichtlich ist, kann es der Autor bei den nun massenhaft auftretenden Alltags-Rhinozerossen nicht bewenden lassen.

Auch prosektiererische “Experten” und mehr oder weniger spezialisierte Wortführer müssen ins Bild aufgenommen werden,

wie beispielsweise viele Mainstream-Medien, denen u.a. Doppelstandards, Einseitigkeit und Scharfmacherei gegen Abweichler vorgeworfen wird,

und natürlich das Erzeugen von Angst zu politischen Zwecken – eine Machttechnik, die noch vor nicht allzu langer Zeit exklusiv den sg. Rechtspopulisten zugeschrieben wurde.

Die Journos hätten nach bisherigem Verständnis eigentlich

ihrer Aufgabe, das offizielle Narrativ zu hinterfragen und ein Kontrollinstanz den herrschenden Mächten zu bilden, (…) nachkommen müssen – (sie haben) dies aber in einem Akt der freiwilligen Unterwerfung sträflich versäumt (…) und
stattdessen von Anfang an die Rhetorik vom Wunder der ‘Impfung’ als Erlösung und Heilsversprechen der Macht aufgebaut und perpetuiert (…).”

Auch kann Kaiser nicht auf den eigenen “Stand” vergessen, die Intellektuellen, die auf ganzer Linie versagt hätten – hierzu gibt es zeitgeschichtliche Parallelen im vergangenen Jahrhundert

(ob K. die heutigen Vorgänge in Analogie zu Benda für “Verrat” hält, wird nicht ganz klar).

Die Ziele des Kults bestehen für K. in der Förderung von Denunziationsverhalten und Normopathie, Obrigkeitshörigkeit und Schicksalsergebenheit

(was davor 60 Jahre lang als vollkommen inakzeptabel gegolten hat).

Gehorchen, Befolgen, Aushalten – in dieser unheiligen Trinität schlägt sich die Technokratisierung der Politik auf den Bürger nieder. Dieses Programm ist nicht weniger als eine Erziehung zur Unmündigkeit.”

Vor allem in den hinteren Kapiteln geht K., ein Kenner der “erweitert europäischen Denkens” sozusagen differentialdiagnostisch vor,

wobei er u.a. an radikalem Individualismus, aber auch an Teilen der Frankfurter Schule und deren (empfundenem) Umfeld anknüpft (Fromm).

Der Autor greift aber auch bis zu Kant zurück und in solchen Passagen gewinnt er eine Tiefe, die weit über die Vorkommnisse der vergangenen zwei Jahre hinaus reicht.

Kaiser-Cancelling

Sein Wissen hat den guten Mann nicht vor der Verstoßung aus der politisch korrekten, höflichen Gesellschaft geschützt.

Der Autor verbindet das mit der Erinnerung an eine Konfrontation mit “seinem” Literaturagenten

und tut so, als handle es sich dabei um eine persönliche, sozusagen autonome Richtungsentscheidung.

Steht die Überzeugung, dass es die grundlegende Aufgabe eines Intellektuellen ist, aufzuschreiben und aufzuschreien, wenn Freiheiten eingeschränkt und untergraben, humanistische Werte über Bord geworfen und die Forderung nach Gehorsam und Autoritätshörigkeit zum leitenden Motiv wird, im Widerspruch zur Teilnahme an der Party, muss man die Party verlassen, egal welche persönlichen Folgen das hat.”

Dieser Besprecher glaubt Kaiser seine Darstellung nicht ganz und wenn eine schnelle Recherche mit “Dr. Google” nicht völlig täuscht,

ist Kaisers Entfernung aus dem Kanon medial akzeptierter “Gegenwartsphilosophen” Höhepunkt einer Entwicklung, die bereits Jahre vor dem ersten Auftauchen des Virus begonnen hat.

Wahrscheinlich hat der Autor lange nicht mitbekommen, dass er selbst zunehmend den “devianten Elementen” zugerechnet worden ist.

Hoffnung setzt Kaiser heute nicht mehr in die Kraft von Argumenten, denn leider werde man

Menschen nicht mit Fakten überzeugen können, wenn sie einem Kult angehören und dem Massenwahn verfallen sind.”

Obwohl die “unheilige Allianz aus Wissenschaftlern, Medien und Politik” mittlerweile aufgeflogen sei, liefen

die meisten Menschen (…) noch immer wie mit Schlittschuhen darauf, getragen allein von der Ignoranz und der Illusion, die ihnen Selbstgefälligkeit und Diskursverweigerung ermöglichen.”

Abweichlerischen Elementen wie ihm selbst, glaubt Kaiser, bleibe nur mehr der Auszug aus der Sekten-Gesellschaft in (hoffentlich lebenswerte) “Inseln im Kleinen und Verborgenen”.

Drei Einwände bzw. Weiterungen

Dem “ersten Problem”, das dieser Blogger mit Kaisers Darstellung hat, liegt kein Verschulden des Autors zugrunde – oder höchstens insofern, als Kaiser es verabsäumt hat, sich gebührend “der anderen Seite der Medaille zu widmen”.

K. spricht davon, dass in den vergangenen beiden Jahren eine “große Umkehr” der Normen und Werte stattgefunden habe – und das trifft tatsächlich auf vieles zu (inklusive “Nürnberger Kodex”).

Gleichzeitig stehen zahlreiche Charakteristika der neuen Sekten-Welt in einem Kontinuum, sind eine – manchmal extreme – Fortschreibung früherer (Fehl-)Entwicklungen.

Am deutlichsten tönt Kaiser diese Kontinuität im Kapitel um die “Ziele des Kults” an, wo er über die DDR spricht, aber auch in einigen Passagen,

in denen er beispielsweise Beurteilungen Horkheimers oder Fromms zu den Nationalsozialismus übernimmt. Kaiser schreibt auch Unterkapitel zu (falschen) Sachzwängen oder die Herrschaft der Pseudo-Wissenschaft

- und das klingt bereits “zeitnäher”.

Aber K. verzichtet darauf explizit zu werden.

Dieser Blogger erlaubt sich daher, aus seiner Sicht zum Thema Kontinuität – “zum Beispiel” – zu ergänzen:

  • Der aktuelle Impfzwang ist eine logische Folge aus dem seit Jahrzehnten grassierenden, angeblich gutartigen, gar sich edelmütig gebenden Staats-Fetischismus – dessen “dickes Ende” gewissermaßen.
  • Und eine politisierte Pseudo-Wissenschaft gibt es nicht erst seit “Corona” und sie ist auch kein ungewolltes Erbe des Nationalsozialismus. Politisierte Pseudo-Wissenschaft fand und findet seit drei Jahrzehnten auch rund um das Thema “Klimawandel” und die daraus zu ziehenden politischen Konsequenzen statt.

Ich bin mir, zweitens, in Bezug auf das Verhältnis von Nashorn-Bewegung und Elitehandeln nicht so sicher.

Ohne die schiere Masse von Rhinozerossen klein reden zu wollen,

scheinen mir die vergangenen beiden Jahre doch mehr im Zeichen der Jim Joneses und seiner Leutnante gestanden zu sein,

die sich nun der (quasi)staatlichen Strukturen bemächtigt und “die Leute” vor sich her getrieben haben,

Leute, die einfach nur weiter leben wollten wie bisher.

Und schließlich stellt sich, drittens, die Frage, ob das “wirklich schon alles gewesen” ist, und ob nicht ein noch viel düstereres Geheimnis hinter der Pseudo-Seuche steckt

- ein Geheimnis, vor dem sich Kaisers Interpretation letztlich wie der nette, aber nicht besonders bemerkenswerte Aufsatz eines Volksschülers ausnimmt.

Peak Oil/thermodynamischer Kollaps oder die versuchte Ausrottung etlicher Milliarden mithilfe “binärer Biowaffen” (Krankheitserreger/”Impfung”)

wären Beispiele für derlei düstere Geheimnisse.

Unabhängiger Journalist

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