Corona: Wenig Neues im Süden

Ende_März_2020_bearbeitetWährend es im “europäischen Corona-Ground Zero”, der Lombardei, tatsächlich eine relativ späte,march_2018_Knoema jetzt schnell abklingende grippeähnliche Epidemie geben dürfte, hält sich der Unterschied zu den dortigen Epidemien der vergangenen Jahre in Grenzen. Ein Zahlen – und Faktencheck.

Wie aus dem Bulletin des römischen Gesundheitsministeriums vom 31. März hervorgeht, gab es in der Lombardei im März 7.200 “Corona-Tote” (wie die Journaille zu formulieren pflegt), genauer: 7.199 Verstorbene, die laut Abstrich zu Lebzeiten mit Corona infiziert gewesen waren.

Das bedeutet NICHT, dass Covid die alleinige, ja nicht einmal, dass Corona die Hauptursache ihres Todes war.

Diese 7.200 “Corona-Toten” sind ohne jeden Zweifel aber “Teil des normalen Sterbegeschehens” in dieser Region, wahrscheinlich vermehrt um die “excess mortality” der diesjährigen Grippewelle (genauer: einer “Epidemie grippeähnlicher Infektionen/ILI”).

In den vergangenen Jahren waren im März 8.000 bis 9.000 Todesfälle gang und gäbe (dieser Blogger verfügt zwar über keine aktuellen Zahlen des heurigen März – die dürften gemäß diversen Aussagen aber “leicht über dem langjährigen Durchschnitt” liegen).

Im dritten Monat des Jahres 2018, dem letztverfügbaren “harten Datum”, mussten jedenfalls 9.060 Lombarden den Löffel abgeben (siehe Screenshot KNOEMA über dem Falz).

Das steht auf einer Ebene mit den für März 2020 verlautbarten 7.200 “Corona-Toten”.

Üblicherweise ist in diesem Monat die jährliche Grippewelle bereits abgeebbt, sodass “zusätzliche Mortalität” z.B. “nur” durch besondere Witterungsumstände entsteht.

Es gibt allerdings Grippesaisonen wie 2014/15, in der die Epidemie erst spät ihren Höhepunkt erreicht und wo sich die erhöhte Mortalität bis in den März hingezogen hat – z.B. eben 03/15, als in der Lombardei 9.440 ihr Leben lassen mussten.

In anderen Saisonen wie z.B. 2016/17 wurde der Jänner zum Sterbemonat schlechthin und der März war kaum mehr auffällig.

lombardy_deaths_jan_2017
KNOEMA-Screenshot

Nun dürfte im März 2020 ín der Lombardei eine solche späte  ILI-Epidemie grassiert haben.

Dass es eine solche ist/war, legt die Entwicklung der Sterbezahlen nahe.

Gemäß den aus Rom täglich verlautbarten Zahlen der “Corona-Toten” vulgo “Deceduti”

  • hat die Zahl der (neu) Verstorbenen am 26./27. März bei ca. 540 “gepeakt” und ist bis heute auf 238 zurückgegangen (8.4.).
  • Eine derartig rasante Entwicklung wäre ohne Epidemie und administrativ-polizeiliche “Dr. Eisenbart-Maßnahmen”nicht möglich.

Unabhängiger Journalist

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