Die Schimpf-Kanonade eines zornigen, alten Weißen Mannes

kunkel_cover_resizedThor Kunkel, ein in der Schweiz lebender deutscher Schriftsteller und Werber, hat ein wortgewaltiges Pamphlet gegen die Journaille und deren Sprachver(w)irrungen veröffentlicht. Das Buch heißt “Wörterbuch der Lügenpresse” – obwohl nur der mittlere Abschnitt, etwa ein Drittel, wie ein Lexikon daherkommt. Im Rest wird die Schwurbel- und Schwundsprache der politmedialen Klasse seines Geburtslandes analysiert, mit Seziermesser und Holzhammer. Ähnlichkeiten mit Victor Klemperer drängen sich auf.

Natürlich ist Kunkel nur relativ alt – 57 Jahre und damit jünger als viele der von ihm attackierten Konform-Journos.

Aber K. kokettiert gern mit besagtem feministisch-juvenilistischen Feindbild sowie seiner eigenen Außenseiter-Stellung

- und zornig ist er definitiv,

unberechnend (ähnlich wie Norman Mailer und weniger wie Jack Lemmon und Walter Matthau, die eher grumpy spielten).

Für den weltläufigen Autor, alles andere ist als ein “stereotyper Neonazi”, sind die heutigen Deutschen fügsame Opfer nationalmasochistischer & antideutscher Funktionseliten

(wobei für ihn die Journaille die Erste Geige spielt

- primär sie ist es, die Sprechverbote umsetzt, Sprache verhunzt, infantilisiert und Leute einschüchtert und mundtot macht).

Die Medien sind für Kunkel die eigentlichen Urheber des unpräzisen, ideologisierten & geframten Gelabers, über das ein ganzes Volk dauer-hypnotisiert wird

- Lügner, Kläffer und Erziehungsjournalisten, die ihre Landsleute in ewiger Schuldknechtschaft halten.

***

Eine Befreiung aus dem Bann könne nur von einer Sprachguerrilla aus dem Volk angestoßen werden, zum Beispiel

  • von “mittelalterlichen Frauen”, die den Machismo “geflüchteter Südländer” satt hätten,
  • älteren Männern, die ein Leben lang Sozialbeiträge eingezahlt haben und sich heute diskriminiert sähen
  • und “biodeutschen” Jugendlichen, denen zugemutet wird sich an einem Spiel zu beteiligen, das sie nur verlieren können.

Der Autor sieht einen neuen, humanistisch getarnten Totalitarismus heraufdräuen, der

die längst überfällige Willensbildung in Deutschland mit Mitteln der Massensuggestion systematisch verhindert.”

Um den Newspeak der heutigen politmedialen “Eliten” zu verstehen,

lohnt sich ein Rückblick auf den Umgang der Nazis mit Sprache”.

Deren “gewalttätige Form der Kommunikation” sei

auch nicht herabwürdigender als die vielen neuen Neusprechvokabeln, die jetzt angewandt werden, um den politischen Gegner konsequent zu entmenschlichen.”

Kunkel nazifiziert auch anderswo die heutige Journaille – und verfolgt damit dieselbe Strategie, die er in einem brillianten Kapitel seinen Feinden vorhält (“Die Meinungsbrigadisten”).

Und natürlich macht es einen großen Unterschied, ob Abweichler real umgebracht werden wie 1933 – 1945 oder “nur” diffamiert und totgeschwiegen wie heute -

die in Klemperers LTI analysierten Sprachstrategien der Nazis, ihr heavy duty Einsatz von buzzwords und Euphemismen, sind so unterschiedlich aber nicht gewesen.

Unabhängiger Journalist

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