Migration: Mutti aus Berlin kneift Mitteleuropäer erneut in den A.

Während die Journos etwas von “europäischer Lösung” faseln, hat die deutsche Kanzlerin den von ihr selbst geschaffenen (europa)rechtlosen Raum “saniert”, indem sie die Dublin-Verordnungen aushebeln lässt. Merkel und ihre Verräter-Spießgesellen in Wien, Den Haag, Stockholm und Helsinki haben dafür gesorgt, dass Deutschland & Co. künftig wieder “ihren fairen Anteil an neuen Asylwerbern bekommen” – also ca. 80 bis 90 Prozent.

Die großen Gewinner des Brüsseler Asylgipfels von Donnerstag/Freitag waren die sogenannten Südländer – allen voran Italien, das ab 2016 Härten hinnehmen musste, die es davor nicht kannte.

Aber auch Griechenland und Spanien profitieren, zu Lasten der Deutschen, Österreicher, Niederländer, Schweden und Finnen (das ist kein Vorwurf gegen Rom, Athen oder Madrid, die – im Gegensatz zu Berlin und Wien – die Interessen ihrer Bürger vertreten).

Die Gründe, warum das so gesehen werden muss, liegen in den Veränderungen des Migrationsgeschehens während der vergangenen drei Jahre;

Veränderungen nach der Migrationswelle 2015, die primär über die mitteleuropäischen Länder hinweggeschwappt ist, also vor allem über Deutschland, Österreich, die Niederlande und Schweden.

Diese Länder haben nach 2015 etwa 80 bis 90 Prozent der über die “Balkanroute” kommenden Flüchtlinge aufgenommen.

Besagte Migrationsroute wurde 2016 aber weitgehend geschlossen.

Die Folge war, dass sich die Migrationsbewegung nach Westen verlagerte  – weg von der Türkei und den Balkanstaaten, zunächst nach Italien und nun zunehmend nach Spanien.

Das wiederum hatte zur Folge, dass

  • sich die “Wohlfahrtsstaaten Mitteleuropas” – die mit dem höchsten Niveau an Sozialleistungen – plötzlich abseits der wichtigsten Wanderungsstraße befanden und z.B. Italien in den Brennpunkt rückte (und eine immer größere Last zu tragen hatte).

Dieses “Problem” wird mit dem sogenannten Asylkompromiss von Brüssel nun repariert.

Vertreter und Verräter

Die osteuropäischen und mediterranen Staaten haben zugestimmt, weil sie davon

  • entweder nicht tangiert sind (Ungarn) oder
  • weil sie sich eine deutliche Entlastung erwarten dürfen (Italien).

In Berlin, Wien, Amsterdam, Stockholm sowie – mit Abstrichen – Paris sind Regimes an der Macht, die die Interessen ihrer Wählerbasis systematisch verraten.

Die neu geschaffene Situation erfordert einen gewissen Erklärungsaufwand, der die Zeit und Aufmerksamkeitsspanne eines normalen Zeitungslesers übersteigen mag, sie ist aber unzweideutig.

Normale Zeitungsleser werden, wie gehabt, mit einseitig wertenden Informationsfetzen abgespeist, die im Kopf der Leser ein Zerrbild der wirklichen Beschlusslage erzeugen – siehe zum Beispiel dieser Agenturartikel in der TT.

Ziel solcher Berichte ist es, die “Mühen” darzustellen, die die Politicos auf sich nehmen mussten um den “Kompromiss“ zu erzielen und die Aufmerksamkeit auf nicht mess- und überprüfbare und real wohl nie umgesetzte Absichtserklärungen zu lenken (“Kurz über Fokus auf Außengrenzen erfreut”).

Hier eine kleine Tabelle mit Zahlen von Eurostat, die die oben erwähnte Akzentverschiebung im Migrationsgeschehen (unvollkommen) widerspiegelt.

Die angesprochene “Westdrift” zeigt sich v.a. in den explodierenden Antragszahlen in Italien, Griechenland und steigenden in Frankreich sowie an den stark rückläufigen Antragszahlen in Deutschland und bei dessen kleineren Nachbarstaaten. 

Diese Entwicklung musste nun dringend rückgängig gemacht werden.

Man wollte mit dem “Asylkompromiss” die Italiener und Griechen (real) entlasten und den fetten Wanst der Mitteleuropäer mit neuen “Flüchtlingen” – diesmal aus Afrika – vollfüllen.

Die “Asylindustrie” dieser Länder sitzt ohnedies schon auf 2015 aufgebauten, inzwischen ziemlich geleerten Lagern. Sie schreit geradezu nach mehr “Futter”.

Mitteleuropa “kurzfristig und taktisch” entlastet

Hier eine Tabelle mit den Antragszahlen aus der Eurostat-Migrationsdatenbank [migr_asyappctza] von 2015 bis 2017.

Die Prozentwerte sind wieder selbst kalkuliert (einfache Prozentrechnung). Sie zeigen den Anteil der Anträge, die die jeweiligen Länder 2015 bis 2017 an allen in der EU-28 gestellten Anträgen hatten.

Asyl-Bewerber in EU-Staaten (Auswahl)
2015 % 2016 2017 %
EU-28  1322825  100%  1260910  705705  100%
Italien  83540  6,3%  122960  128850  18,3%
GR  13205  51110  58650
FR  76165  5,8%  84270  99330  14,1%
D  476510  36%  745155  222560  31,5%
Ö  88160  6,7%  42255  24715  3,5%
S  162450  12,3%  28790  26325  3,7%

Die Tabelle gibt ein grobes Bild von den Veränderungen des Migrationsgeschehens während der vergangenen beiden Jahre, unter anderem dass

  • sich 2015 – 2017 der Migrationsdruck auf Europa absolut gesehen etwa halbiert hat (Schließung der Balkanroute) sowie dass
  • mit der “Westdrift” der Wanderung ein immer größerer Anteil der Anträge in Mittelmeerländern gestellt wird, während die „reichen Mitteleuropäer“ für immer weniger Asylanten aufkommen müssen.

Das wird als unhaltbarer Zustand empfunden, der dringend geändert werden muss.

Die Tabelle ist jedoch insofern irreführend als sie aus statistischen bzw. administrativen Gründen nicht die wahre Belastung Deutschlands aus der Migrationswelle von 2015 zeigt.

Wie die sg. EASY-Datenbank zeigt, sind in Deutschland 2015 (offiziell) 1,1 Millionen “Flüchtlinge” “eingereist” (d.h. sie sind geholt worden).

Weil diese aber erst 2016 einen Asylantrag gestellt haben (stellen durften), müssten von den 745.000 Antragstellern des Jahres 2016 geschätzt eine halbe Million den 476.510 Ansuchenden aus dem Jahr 2015 zugeschlagen werden.

Diese administrative Verzögerung würde für unsere Tabelle bedeuten, dass der wirkliche Anteil Deutschlands im Jahr 2015 ca. 75 bis 80 Prozent betrug und dass dieser bis 2017 auf  31,5 Prozent zurückgegangen ist - viel drastischer als die Antragszahlen der Tabelle zeigen.

Die verzögerte Ausstattung der “Flüchtlinge” mit Asylanträgen  lässt den zwischenzeitlichen Rückgang des Migrationsdrucks auf Deutschland weniger stark erscheinen als er tatsächlich war.

Die deutsche Rechte muss das widerspruchslos “schlucken”, weil sie 2016 und 2017 alles getan hat um den Eindruck zu erwecken, der Migrationsdruck auf Deutschland wäre ja gar nicht besonders zurückgegangen.    :mrgreen:       

Tatsächlich wurde die Einwanderung per Asyl wirklich zurückgeschraubt – aber nur temporär, mit dem Ziel, Bewegungen und Parteien wie PEGIDA und AfD den politischen Wind aus den Segeln zu nehmen.

Die Wanderung nach Mitteleuropa ist ganz offenkundig ein komplexer, in mehrere Phasen zerfallender Vorgang, der in hohem Grad koordiniert bzw. “gemanagt” ist und der speziell die Kooperation der mitteleuropäischen Verräter-Eliten erfordert – auch der angeblich patriotischen wie der österreichischen.

Doch zurück zum “Asylkompromiss” in Brüssel.

Mitteleuropa mit “Flüchtlingen” vollwamsen

Der besteht – wie in der laufenden Berichterstattung nachzulesen ist – darin, (geschlossene) Erstaufnahmezentren in den Mittelmeerländern zu etablieren, in denen die Migranten weitgehend frei angeben können, in welchem EU-Land sie gerne Asyl hätten.

Dort, wo die so angestoßenen Verfahren abgewickelt (und zu mehr als 50 Prozent schon in der ersten Instanz abgenickt) werden, fällt die wirkliche Last an – die Last für die Steuerbürger, Sozialbeitragszahler und Transferempfänger.

Man benötigt wenig Fantasie um zu antiziperen, dass jene Länder, in denen die Sozialleistungen am höchsten und wo viele Verwandte bereits “verankert” sind, am weitaus beliebtesten sein werden: also Deutschland, Österreich, die Niederlande, Schweden und Finnland;

und allenfalls noch Frankreich (weil dort dieselbe Amtssprache verwendet wird wie in Westafrika, wo die “Flüchtlinge” herkommen).

***

Der für “Mutti Merkel” vielleicht schönste Aspekt des “Kompromisses” ist jedoch der Umstand, dass das Unrecht, das sie 2015 selbst gesetzt hat, pro futuro saniert wird, indem eine Gesetzeslage geschaffen wird, mit der die Dublin-Verordnungen ausgehebelt werden.

Dublin wird wegen des Merkel-Unrechts seit 2015 zwar nicht mehr angewendet, der daraus entstehende – fast – (europa)rechtsfreie Raum  kann jedoch auf längere Zeit nicht fortbestehen.

Statt dass wie vor 2015 jene Staaten für die Asylverfahren zuständig sind, wo zum ersten Mal EU-Boden betreten wurde, stellen diese künftig nur mehr geschlossene Aufnahmelager zur Verfügung, in denen die “Flüchtlinge” zu Protokoll geben können, wo sie gerne Asyl hätten.

Es ist künftig also nicht mehr notwendig, sich an die (bzw. über die) Grenze jenes Landes durchzuschlagen, wo Asyl beantragt wird.

Und die Regierungen in Berlin, Wien, Den Haag, Stockholm und Helsinki haben dem zugestimmt.

Edit 1: Oslo durch Helsinki ersetzt. Geographie war noch nie meine Stärke. Ich bedaure.

Unabhängiger Journalist

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