Ö: Show-Catch um Großquartiere

Die Wiener Hutschenschleuderer bieten einen neuen Show-Catch nach dem Muster der Vorgängerregierung. Die FPÖ gibt wieder den bad guy und die SPÖ sprengt als weißer Ritter in die Arena und kündigt “härtesten Widerstand gegen Asylgroßquartiere für Flüchtlinge” an. Großquartiere wie z.B. Traiskichen. Der größte Unterschied würde sich freilich für die bisherigen privaten Quartiergeber ergeben, die die Antragsteller während deren erstinstanzlichen Verfahren nicht mehr beherbergen dürften. NB: Warum die Konzentration noch teurer kommt.

Aber so schnell schießen die Preußen nicht – und die Österreicher auch nicht.

Erst mal sehen, was die Wirtschaftskammer Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft dazu sagt und ob es  die FPÖ wenigstens mit der Sparte aufnehmen kann, nachdem sie gegen die Phalanx der Kammern den kürzeren gezogen hat.

Die Asylberechtigten in spe, das ist wahr, müssten im Kicklschen Konzentrationsfall die Stockbetten bei der Familie Pschistranek mit welchen in Traiskirchen oder Thalham vertauschen, womöglich auf ein ganzes Jahr oder wie lange ihr Verfahren halt dauert.

Ein bisschen was lässt sich auf jeden Fall einsparen, wenn das Taschengeld, das bisher zu 80 Prozent an Familie Pschistranek weitergegeben wurde, jetzt direkt an die staatlichen Unterkünfte geht. Wer den Groschen nicht ehrt!

Dieses Jahr des Verfahrens, schon bisher die mühseligste Zeit des Flüchtlingsdaseins in der Alpenrepublik, wird künftig noch härter werden.

Aber es lohnt sich.

Die Chancen stehen gut, schon in der ersten Instanz irgendeinen Schutzstatus zu bekommen – bei ca. 58 Prozent 2017 (im Jahr davor waren es noch mehr als 70 ProzentDaten von Eurostat).

Unbenannt

Notfalls gibt es ja die Instanz.

Danach ist der Asylberechtigte freilich auf sich allein gestellt (oder so) – etwa wenn’s mit dem Arbeiten nicht klappt oder es darum geht, an die Sozialkohle zu kommen

Das ist schwierig, aber überwindbar – schließlich ist der Genfer Asylberechtigte den Einheimischen ganz und der Subsidiäre diesen weitgehend gleichgestellt.

Das hat auch der blaue Bube im Ministerrang nicht abgeschafft (und kann das, zugegebenermaßen, auch nicht ohne den ganzen EU-Haufen durcheinander zu bringen).

Nachbemerkung, 15.1.2017, 17.00 Uhr: Ein Leserbriefschreiber bestreitet ebenso vehement wie mit guten Argumenten, dass eine staatliche Unterbringung der Asylwerber billiger kommen würde.

Und zwar, weil die drei bestehenden Erstaufnahmezentren nicht ausreichen würden um alle Antragsteller unterzubringen – weswegen neu gebaut werden müsse, wenn der Vorschlag ernst gemeint sei.

Er, der Emailschreiber, glaube aber, dass das sowieso nicht umgesetzt werden solle und dass die FPÖ froh sein würde, ein stichhaltig aussehendes Argument gegen die Kicklsche Konzentration zu bekommen.

Unabhängiger Journalist

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.