Die Autoindustrie in der EU – und speziell in Deutschland – geht vor die Hunde, weil es a) absehbar keinen Treibstoff zunächst für “private Verbrenner” mehr gibt und b) weil Kommission & Konsorten – aus falschen Gründen – diese Industrie vom “alten Kontinent” vertrieben hat. Dennoch schreit die Riege der hiesigen Scpapegoater empört auf, wenn sich der aktuelle Audi-Chef für Trumps Wahlkampf instrumentalisieren lässt – für etwas, was Konkurrent BMW bereits 1992 beschlossen hat. Die ganzen China- und E-Mobilitäts-Mystifikationen sind ein bisschen raffiierter, aber auch nicht viel besser.
Vorbemerkung: Dieser Blogger wollte – weil der 26. Oktober der österreichische Staatsfeiertag ist – ursprünglich noch am Montag seinen Senf zur obligatorischen Fernsehrede unseres Bundespräsidenten beisteuern. Die ist für einen älteren Menschen freilich zu spät und Dienstag ist – wahrscheinlich – auch noch ein Tag.
Um es aber gleich loszuwerden:Unfreiwillig komisch war jene präsidentielle Rede-Passage, in der der protokollarisch Erste Mann im Staat vor güldener Täfelung sagte:”Wir sind das Volk” – ohne dabei eine Miene zu verziehen oder wenigstens seine Zitat-Finger zu bemühen, die er bei der Schilderung der Nazi-Zeit laufend verwendete.
Wie dem auch sei, die europäische Autoindustrie – speziell die deutsche – ist wichtiger, allgemein sowieso und aus der “Froschperspektive” der hiesigen Zulieferunternehmen auch. Der Präsident kann warten.
Der folgende Text ist in meinem Kopf entstanden und kommt weitgehend ohne die sonst üblichen Beleg-Links aus, weil deren Suche ziemlich zeitaufwändig ist. Ohne auch hier “Unfehlbarkeit zu beanspruchen”, glaube man ausnahmsweise bitte trotzdem, dass dieser Blogger nicht einfach irgendwas daherplappert,
u.a. weil er sich ca. zwei Jahrzehnte lang beruflich mit besagtem Wirtschaftszweig beschäftigt hat.
Also, dass sich Audi-CEO Döllner von Trump zu Wahlkampfzwecken instrumentalisieren ließ, find ich auch nicht gut, speziell, wenn er damit den Eindruck erweckt, dass an der Trumpschen Reindustrialisierungs-Fantasie was dran sein könnte.
“Undiplomatisch”, könnte man urteilen, aber der Manager ist
- erstens kein Diplomat und
- zweitens hat Audi bis jetzt “drüben” kein Werk wie etwa die große Markenmutter in Chattanooga oder die direkten Konkurrenten Mercedes und BMW (Tuscaloosa, Spartanburg), weswegen das vorjährige erratische Zoll-Gehampel des US-Präsidenten für Audi wohl speziell “schwierig” war.
- Drittens scheint derzeit niemand, der von Trump irgendwas will, der Instrumentalisierung zu Wahlkampfzwecken zu entkommen, man frage nur die katholischen Bischöfe, die kürzlich einen Termin bei dem guten Mann hatten.
Wg. Döllner muss man nicht gleich anfangen zu hitlern und bis in die Nazi-Zeit auszuholen,
2019 wäre vorerst völlig ausreichend,
das Jahr, in dem die EU die neuen “CO2-Emissionsstandards für Fahrzeugflotten” beschlossen hat,
die speziell für “Autokonzerne mit vielen gewichtigeren Modellen” ein schwerer Schlag waren,
ein Todesstoß, wie ein paar Wirtschafts-Auskenner gemeint haben (es gibt das alles noch irgendwo als Link, aber ich will, wie gesagt, die Zeit dafür nicht aufbringen).
So gesehen ist die Audi-Investitionsentscheidung durchaus “rational” und im Sinne der (VW-)Aktionäre.
Andere Mystifikationen, über die man sich die Finger wund schreiben könnte,
betreffen die chinesische Pkw-Konkurrenz in Europa,
speziell, was die Batterie-Autos betrifft.
Hier sind gleich mehrere fragwürdige Meme unterwegs, die jetzt nicht systematisch zerpflückt werden können
(obwohl dies überfällig wäre).
Ja, (festlands-)chinesische Anbieter dringen wuchtig auf den europäischen Markt vor, und ihre propagandistisch zusätzlich gepflegten Zuwachsraten sind hoch.
- Leider kostet das alles ein Schweinegeld, das nur aufgebracht werden kann, so lange a) die dortige Kreditblase nicht platzt und b) noch genügend (werthaltige) Dollar-Reserven in der VRC vorhanden sind (30 – 40 Prozent sind bereits verplempert).
- Außerdem scheinen die chinesischen Autokonzerne auf das soeben zu Ende gehende “Modell der individuellen Mobilität” zu setzen, dem schon die traditionellen europäischen Autokonzerne ihren Erfolg verdanken. Der laufend gehypte “technologische Vorsprung der Chinesen” ist, so es ihn überhaupt gibt, höchstens ein kleinerer Faktor.
Damit soll es vorerst sein Bewenden haben. Man sollte nicht gleich alles für bare Münze nehmen, was verblendete oder bloß interessensgetriebene Experterl so alles von sich geben.
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