Energie: Neuer Trump/Chevron-Trick m. venezolanischem Schweröl

US-Präsident Donald Trump und die Post Maduro-Chavisten in Venezuela starten einen neuen Anlauf um die berühmt-berüchtigte 300 Milliarden-Reserve-Schimäre in die Wirklichkeit umzusetzen. chevron_LogoNach dem angeblich “größten Öl-Deal der Geschichte”, für den sich das Pentagon gleich mehrere falsche Bärte umgehängt hat, ist die Reihe nun an Chevron, Milliarden – “rein private” – Investoren-Dolores in den Dschungel zu werfen. Wenigstens ist es a) eh nicht so viel und b) muss nicht der viel zitierte “US-Steuerzahler” die Rechnung begleichen.

Wie praktisch alle Mainstream-Medien berichtet haben, z.B. hier, will Chevron in den kommenden fünf Jahren kumuliert gut 7 Mrd. Dolores in die Erschließung ölhaltigen Erdreichs im Orinoco-Gürtel stecken,

der einer urbanen Legende zufolge die größten “proved reserves” des Planeten stellt,

wie auch Caracas seit Hugo Chávez behauptet.

Eine erste gute Nachricht ist, dass 7,2 Mrd. durch 5 = 1,44 Milliarden USD pro Jahr für einen “Supermajor”, der jährlich 18 – 19 Mrd. CAPEX  und einen freien Cash-flow von 25 Mrd. Dolores hat, nicht so rasend viel Geld ist,

nur eine Art Mietbestandteil, wenn man seit 100 Jahren westlich des Maracaibo-Sees Erdöl fördert.

Gutes, billig zu förderndes Öl,

das freilich bald einmal “aus sein wird”.

Deswegen steckt Mike Wirth, der in fünf Jahren vermutlich sowieso über alle Berge ist,

die sieben Milliarden nicht in Petroboscán, das in Zulia 300.000 Barrel pro Tag fördert,

sondern primär in das JV Petroindependencia, das von den Post Maduro-Chavisten soeben neue Claims im Dschungel erhalten hat

(vielleicht könnte man Chevron auch ein paar alte Brücken verkaufen    :mrgreen:     )

Aber gut, dieser Blogger gibt zu, dass es schwierig ist, sich das Wohlwollen von – in diesem Fall gleich zwei – Regierungen zu sichern und gleichzeitig mit dem Geld der Aktionäre hauszuhalten.

***

Wahrscheinlich glaubt der orange Mann im Weißen Haus auch an die urbane Legende von den enormen venezolanischen Ölreserven und er will einfach nur “zukunftssicher handeln”,

zukunftssicherer jedenfalls als die restlichen Supermajors, die anscheinend keine Lust haben, so schnell wieder nach Venezuela zurückzukehren

(Chevron ist post Chávez übrigens nie gegangen/rausgeworfen worden).

Aber es ist schon wahr:

schweres und saures Öl ist für die Produktion von Diesel unverzichtbar

und die Raffinerien an der Golfküste (natürlich “von Amerika”) benötigen derlei, um Treibstoff für Erntemaschinen, Panzer und (Militär-)Flieger zu brauen.

El presidente (der Estados Unidos) hat zugegebenermaßen heuer ja schon was für besagte Raffinerien (und die eigene Diesel-Produktion) getan, nachdem er vergangenen Jänner el presidente (von Venezuela) hatte entführen

und die US-Sanktionen aufheben lassen (nein, nicht gegen die US-Raffinerien, gegen Venezuela).

Seither gibt’s wieder dieselfähiges schwereres und saureres Öl aus Venezuela in den USA,

was sicherlich eine nette Abwechslung zu den Ölsanden von Alberta ist, von denen nach wie vor pro Tag vier Millionen Barrel “bruttoimportiert” werden.

Dieser auch für “Post Maduro-Caracas” bekömmliche Flow von Öl v.a. aus der Maracaibo-Region in die USA

hatte zudem die nette Eigenschaft den zeitgleich eintretenden Ausfall der  – natürlich “schwereren” – US-Bruttoimporte aus dem Persischen Golf zu kompensieren, guckst Du hier und hier.

Natürlich glatter Zufall.     :mrgreen:   

Ist zugegebenermaßen im großen Gang der Dinge aber nicht so relevant,

so lange Kanada, wie gesagt, seine täglich vier Millionen Barrel liefert

(Trump arbeitet freilich daran auch das zu unterbinden)

Der Ausfall von 700 – 800.000 Barrel pro Tag von hinter der Straße von Hormuz wäre für die heutige USA zweifellos auch ohne Venezuela leicht zu verkraften,

leichter noch als der Ausfall in der EU, das bis vergangenen März täglich etwa 1,1 mmbd aus Saudiarabien und dem Irak importierte

und das heute auf jeden Tropfen schwereren Öls von “Johan Sverdrup” und “Kasachstan” angewiesen ist….

um von Asien erst gar nicht anzufangen (“Don’t get me going!”).

Bild: Wikimedia Commons, public domain

Unabhängiger Journalist

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