Klima: Auch Dr. Strangelove will völkerrechtlich verankert sein

cover_geoengineering_reynoldsWissenschaftler der Eliteuniversitäten Harvard und Yale sind nun offiziell In den “Klimaschutz mittels Chemtrails” eingestiegen – etwas, das inoffiziell womöglich schon seit Jahren gemacht wird. Ein kalifornischer Rechtsprofessor argumentiert in einem kürzlich ersschienenen Buch, warum Global Dimming ein Fall für das Internationale Recht sein sollte.

Das Motiv, warum Solar Radiation Management (SRM) medial hochgejazzt wird, soll darin gesehen werden, dass die ursprünglich intendierte Abschwächung der Erderwärmung über geringeren CO2-Ausstoß (“mitigation”) nicht funktioniert (hat) - und dass “man jetzt etwas anderes probieren muss”.

Mitigation by CO2 reduction konnte freilich nicht funktionieren, auch nicht unter den (fragwürdigen) Annahmen des CO2-Warmismus.

Eine Reduzierung des Ausstoßes könnte nur dann bewerkstelligt werden, würde man Staaten mit entscheidend hohen (& wachsenden) Emissionen dazu zwingen, (viel) weniger Kohlendioxid zu emittieren.

Die Wirklichkeit ist aber genau umgekehrt:

Staaten mit zwar “relativ großen aber nicht (mehr) ausschlaggebenden Emissionen”, mussten sich in Paris verpflichten, ihren Ausstoß zu senken, während Nicht-Industriestaaten mit zunehmenden Emissionen mehr ausstoßen dürfen (“Artikel 4″).

Daraus entsteht eine Situation, in der ein “Zehnprozent-Anteil” wie die EU einer ist, seine Emissionen um 20 Prozent zu kürzen verspricht, während die Verursacher von 70 Prozent des Spurengases keine solchen Verpflichtungen haben und typischerweise auf Schein-Aktivitäten abheben.

So ein Modell kann unmöglich funktionieren und daher

  • steht die bisherige Mitigations-Ideologie scheinbar im Gegensatz zur neuen Lösung der Geo-Ingenieure und zweitens
  • ist das CO2 abatement trotzdem ein Vorläufer-Modell, das wohl absichtlich so gebaut wurde, dass es nicht “hin haut”.

Eine wesentliche Prämisse ist da wie dort gleich geblieben: dass nämlich die Verwendung von fossilen Brennstoffen durch den Menschen der wichtigste Faktor des Klimawandels sei.

Das ist aus mehreren atmosphärenphysikalischen und historischen Gründen unwahrscheinlich, soll hier aber nicht thematisiert werden.

Einen – manchmal abrupten – Klimawandel hat es immer schon bzw. immer mal wieder gegeben (“natürliche Variabilität”) – aber nicht alles, was die Journaille heute dazu “serviert”, ist auch real.

Dort, wo es echte Veränderungen gibt, scheint es sich es sich um ein natürliches Phänomen zu handeln, das auf Wirkkräfte zurück geht, die nicht im Einflussbereich der Menschen liegen (Sonne, kosmische Strahlung).

Trotzdem wird das Problem so “geframt” als

  • seien Veränderungen während der vergangenen 150 Jahre linear (bzw. progressiv) fortzuschreiben und als ob
  • menschliches Verhalten den Lauf der kosmischen Dinge beeinflussen könne.

Und wenn “die Menschen” nicht davon ablassen immer mehr CO2 auszustoßen “muss eben SRM her”. 

***

Schon bis dato hat es laufend Beobachtungen gegeben, die nach Einschätzung dieses Bloggers darauf hinweisen, dass SRM bereits getestet wird – im Rahmen verdeckter (quasi-)militärischer Programme, für die eigenes Equipment und standardisiertes Sprühgut freilich gefehlt haben, bisher eben.

Von einfachen Leuten werden diese Tests mit dem Begriff “Chemtrails” assoziiert und oft zu wenig glaubwürdigen Narrativen verknüpft, die sich leichthin über technisch-physikalische Probleme hinwegsetzen

- zum Beispiel über die Frage, wie sich in der unteren Stratosphäre ausgebrachte Partikel 12 Kilometer darunter in messbaren Umweltbelastungen niederschlagen können. Langstrecken-Maschinen sind jedenfalls keine tief fliegenden Agrar-Flugzeuge.

Die Improvisations-Phase mit umgebauten Fluggeräten und Sprühgut aus Filterkuchen von Müllverbrennungsanlagen soll nun, scheint’s, zu Ende gehen.

Es ist anscheinend an der Zeit, das Programm auf “technisch und juristisch stabile Beine zu stellen”.

Mit dem von den Harvard-Boys vorgeschlagenen, angeblich notwendigen neuen “SAI Lofter” kommen Milliardenaufträge auf den “militärisch-industriellen Komplex” zu.

Auch die institutionelle Verankerung von geheimdienstlich abgeschirmten Militärprogrammen scheint jetzt nicht mehr auszureichen und auf dieses Desideratum reagiert The Governance of Solar Geoengineering. Managing Climate Change in the Anthropocene von Jesse L. Reynolds.

Reynolds befürwortet in dem Buch zwar eine führende Rolle von im “großen Geoengineering” aktiven Nationalstaaten, schlägt gleichzeitig aber eine Multilateralisierung der Governance und die Schaffung einer internationalen Struktur nach dem Muster des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor.

Dazu solle eine neue internationale Organisation, die Solar Geoengineering Organization/SGO gegründet werden (S. 209). Diese müsse versuchen, auch Staaten einzubinden, die durch Global Dimming-Projekte wirklich oder vermeintlich geschädigt worden sind (z.B. durch Dürren etc.)

Für (anti-)solare Geo-Technik im kleineren Maßstab gebe es bereits nationale und subnationale Rechtsnormen, nicht aber für Aktivitäten mit grenzüberschreitenden Risiken:

Large-scale outdoor activities would implicate a wide range of international law, including treaties and custom; binding and nonbinding agreements; and in environmental, human rights, and other issue areas (see Chapters 5 through 8).” S. 198

Ein multilateraler Rahmen sei zwar keine unabdingbare Notwendigkeit, argumentiert Reynolds, aber objektiv besser als dessen Fehlen:

The proposed technologies’ development and use would proceed in some fashion in the absence of additional intentional guidance by states and other authoritative institutions. However, in the absence of governance that is specific to solar geoengineering, the risks and challenges would likely be greater.”

Und die internationale Legitimität wäre kleiner.   :mrgreen:      

In jedem Fall würde es um eine hoch riskante “kollektive Aktion”, gehen, die höchstens dann angebracht wäre, wenn tatsächlich eine existenzielle planetarische Gefahr durch nicht mehr kontrollierbare klimaschädliche Emissionen drohte.

Es würde sich dann um ein drastisches, aber rational eingesetztes Mittel, einen “letzten Ausweg” handeln.

Handelte es sich allerdings um ein “Abdrehen” der für die Ernährung der Menschen so nötigen Sonneneinstrahlung – womöglich in das nächste solare Minimum hinein – würde es sich um ein Verhalten von wahnwitziger Ignoranz handeln, das eines Dr. Stangelove würdig ist.

Literatur:

Gillen D’Arcy Wood, Tambora. The Eruption That Changed the World.2014

Unabhängiger Journalist

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