Klimapolitik: Welche versteckte Agenda verfolgt die Ökolobby ?

Der Kontrast hätte schlagender nicht sein können: Als die EU Ende Oktober praktisch unerreichbare Klimaschutzziele bis 2030 proklamierte, schmissen die Ökopaxe (sinnbildlich) mit  faulen Eiern und Tomaten: Von “Blamage” war die Rede, einer “Zumutung für die kommenden Generationen” und einer “schweren Niederlage für den Klimaschutz”. Als China am Dienstag aber zu erkennen gab, erst ab 2030 seine CO2-Emissionen zu senken (sic !), feierten die Kritiker das als “Schritt in die richtige Richtung”. Auf welchem Mist wächst eine derartig krasse Form von Doppelmoral eigentlich ?

Die Klimavereinbarung zwischen USA und China sei ein “Signal an die Welt”, meinte (ausgerechnet) ein deutscher Journalist und (ausgerechnet) die deutsche Umweltminmisterin Barbara Hendricks urteilte: “Beide Länder verpflichten sich auf höchster Ebene zu anspruchsvollen Klimaschutzzielen.”

Echt wahr ?

Auch die österreichischen Grünen jubelten: “Neue Klimaziele von USA und China bringen Schwung in den Klimaschutz.”

grüne_klima

Worin bestehen nun die “anspruchsvollen Klimaziele” der USA und China ? Washington hat vor, den CO2-Ausstoß zwischen 2005 und 2025 um 27 Prozent zu verringern und die Chinesen wollen ihren Anteil Erneuerbarer Energien bis 2030 auf 20 Prozent verdoppeln (neben dem geplanten Ziel, die GHG ab 2030 absolut abzusenken).

Die US-Vorgabe wäre – wenn sie verbindlich abgegeben würde – immerhin etwas: ein Minus von fast 20 Prozent gegenüber dem Stand von heute (2013). Die in Aussicht gestellten 4.400 Tonnen Emissionen 2025 sind trotzdem Lichtjahre von dem Wert entfernt, den sich die Europäer vorgenommen haben. Wollten die USA eine mit der EU vergleichbare Vorgabe liefern, müsste Uncle Sam bis 2025 eher auf 3.300 Tonnen senken.

Das chinesische “Angebot” lässt Zweifel daran aufkommen, ob man in Peking die Sache überhaupt irgendwie ernst nimmt. Angesichts der Ressourcensituation im Erdölsektor dürften die Chinesen noch echte Schwierigkeiten bekommen, ihr Erneuerbaren-Ziel nicht zu erreichen. Das könnte ihnen höchstens dann gelingen, wenn sie die Atomkraft mit Hochdruck ausbauen und z.B. Kohle in großem Maßstab verflüssigen und als Transportenergie einsetzen.

Mal sehen, was die Kommission dazu sagt – die ist ja schon ganz geil drauf, noch was auf die EU-Ziele draufzupacken. Ist ja auch ganz logisch: Die Union stößt immerhin enorme 10 Prozent des weltweiten CO2 aus, wohingegen China und die USA minimale 28 und 14 Prozent emittieren. Wenn das mal kein Fall für eine internationale Vorreiterrolle ist….

Nachbemerkung: Ich weiß, dass die Welt in den nächsten 10, 20  Jahren ihre Abhängigkeit vom Erdöl substanziell verringern muss – vielleicht besser als manche andere, erlaube ich mir zu sagen. Peak Oil ist ür sich selbst genommen trotzdem noch kein Grund, asymmetrisch zu agieren und darüber hinaus eine offene Zwangsbewirtschaftung einzuführen.

 

Unabhängiger Journalist

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.