Scapegoating Donald Trump

Während “Scapegoating” zweifellos zum Repertoire des heute regierenden US-Präsidenten gehört, ist es unter seinen Kritikern üblich, Donald Trump selbst die Schuld für Dinge zuzuschieben, für die er entweder nichts oder nur zum Teil etwas kann. Ironischerweise stehen dabei jene in vorderster Reihe, die etwa das Los von Armuts-Einwanderern unter einem MAGA-Regime Donald_Trump_as_a_Devil_(32350683212)sowie die Austrocknung staatlicher Fleischtöpfe für von Trump & Co. verketzerte Gruppen und Staaten beklagen oder die die kriegstreiberische Außenpolitik der USA je nach Opportunität mal kritisieren, mal beschweigen. Nachbemerkung zum Unterschied von Bashing und “Kritik”.

Vorbemerkung: Natürlich ist Donald Trump aktuell der Vormann des Dollatimperiums und als solcher primär für Kreditgeld, Staatsschulden, Ressourçenprasserei und Extraktivismus bis zum Abwinken verantwortlich, um nur ein paar buzzwords zu verwenden.

Dass der gute Mann einen Hang zur Großsprecherei hat und oft peinlich agiert, sei auch nicht bestritten. Sehr wohl aber, dass es seine Kritiker besser machen könnten

- im Stil vielleicht, in der Substanz nicht. D’rum läuft ein Gutteil der “Trump-Basherei” auf eine billige Ausrede hinaus.

Auch die Vertreter europäischer Vasallenstaaten gehören heute zu den eifrigen “reverse Scapegoatern” 

- Politicos und “Zivilgesellschaftler”, deren eigenes Wohlergehen und Lebenshaltung eng mit dem Erfolg des Dollar-Imperiums verknüpft waren (und sind). Der globale Glanz & Gloria des Dollar-Imperiums geht nun für alle sichtbar zu Ende - auch für die Vasallenstaaten und ihre mehrheitlich proletarische bzw. “nicht-elitäre” Golden billion

- und die Stunde der alten Volksgenossen scheint erneut anzubrechen, die vorgeblich “schon immer dagegen gewesen sind” (jetzt: gegen Trump & Konsorten).

Die “europäide” Kritik an Trump & Co. kann bei Narrativen wie der CO2-Wachelei oder dem Renewable Fandom sogar ein Fünkchen Wahrheit für sich beanspruchen,

nämlich insofern, als “rechte US-Amerikaner” das CO2-Narrativ schon länger kritisiert hatten und massiv gegen etwa gegen die Zustimmung zum Kyoto-Protokoll  im US-Senat aufgetreten sind.

Es ist aber völlig unbestreitbar, dass praktisch alle – also auch die “demokratischen” – Senatoren gegen das Kyoto-Protokoll votiert haben (“Byrd-Hagel-Resolution”). Die angebliche “Wissenschaftsfeindlichkeit” der Mehrheit der Republikaner ist eher als schwarze (oder blaue) Propaganda abzutun.

 In Wahrheit scheint’s bei einem Gutteil des Trump-Bashing um Doppelmoral von gigantischen Ausmaßen zu gehen, nicht nur “re: Klima”:

  • beispielsweise beim Thema “Immigration”, bei dem die große Mehrheit der US-Stimmbürger für eine restriktivere Handhabung, zumindest aber die Exekution einer seit langem bestehenden Gesetzeslage sind. Man kann sogar argumentieren, dass die Haltung eines Teils der US-Demokraten und einiger Einzelstaaten als “Rechtsverweigerug” gesehen werden kann und die entscheidende Rolle für den mehrfachen Wahlerfolg von Trump gespielt hat (allgemeine Bundeswahlen und republikanische “primaries”!)
  • Wie bereits angetönt, verfängt die gegen die eigene Bevölkerung gerichtete offenkundige Psyop rund um CO2 nicht, was Auswirkungen auf das Stimmverhalten der US-Bürger hat(te). Der politische Ursprung dieser  “psychologischen Operation” wird (zu recht) bei den politischen Feinden Trumps lokalisiert, der als “reicher” Immobiliendeveloper aus New York City ja herzlich wenig mit der Lebenswelt seiner Unterstützer im ländlichen Mittleren Westen zu tun hat. Um diese seltsame Attraktion zu erklären, behilft man sich üblicherweise mit der “Argumentationskrücke Populismus” – so, als ob viele US-Demokraten nicht auch populistisch wären (halt links-und nicht rechtspopulistisch).
  • Während die Spendierfreudigkeit “der Rechten” für Militär und Polizei ausgeprägter sein mag als jene der US-Demokraten, ist jene der Demokraten für den noch vergleichsweise kleinen “US-Sozialstaat” höher. Den politisch konkurrierenden Seiten ist jedoch gemeinsam, dass beide auf einen nicht aufrecht zu erhaltenden Etatismus in einem “Empire of Debt” setzen, wie das Bonner und Wiggin vor 20 Jahren genannt haben (was die Autoren nach Meinung dieses Bloggers nicht geschnallt haben, ist, dass Schulden-Imperien nur auf Basis eines expandierenden <Netto>-Energie-Inputs aufrecht zu erhalten sind).

Resümierend lässt sich feststellen, dass sowohl Trump als auch seine Kritiker “verschiedene Äste vom selben Baum sind”

und dass der “rechte Ast” den (inneren) Kollaps vielleicht sogar länger hinauszögern kann als der “linke”

(wobei Verortungen über “rechts” und “links” sowieso nicht allzuviel besagen).

Bild: James McNellis from Washington, DC, United States, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Nachbemerkung, 18.10.2026, 6.45 Uhr: Dieser Blogger nimmt sich das Recht heraus, konkrete Trump-Aktionen “informiert zu kritisieren” wie zuletzt zum Bespiel den “Diesel-Deal” – ohne sinnvollerweise den “Bashern” zugerechnet zu werden, auch wenn ein paar das nicht so sehen.

Unabhängiger Journalist

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