
In Ungarn ist am gestrigen Sonntag der auch von der EU ungeliebte Regierungschef der vergangenen 16 Jahre, Victor Orban, abgewählt worden, was – gemessen an “demokratischen Maßstäben” – eigentlich normal ist. Weil Orban aber ständig Sand ins Getriebe der EU-Kriegstreiberei gestreut hat und derlei von Magyar nicht zu erwarten ist, begann in Brüssel die erste Stimme des Triumphgeheuls. Es folgten als zweite Stimme etliche, deren Lieblings-Sündenbock der Donald ist und die in der Wahl-Niederlage des Trump-Proxys aus Budapest einen Akt poetischer Gerechtigkeit vermuten. Die dritte Stimme des nicht-ungarischen Triumphgeheuls kam von assortierten NGOs, Soros-Adepten und Migrations-Fans, denen der ungarische Premier schon lange ein Dorn im Auge war. Blöderweise werden die Ungarn – ebenso wie unter Orban – auch unter Magyar Öl und Gas benötigen.
Deswegen gleichen die mehrheitlich symbolpolitisch motivierten Freudenkundgebungen nicht-ungarischer Europäer einem Chor todgeweihter Gladiatoren im Alten Rom, die kurzfristig vergessen haben, dass sie demnächst in die Arena müssen.
Die Ukraine scheint nicht gewollt zu haben den Orban-Ungarn russisches Öl durchzuleiten und Russland wird möglicherweise den Magyar-Ungarn kein Öl und Gas verkaufen wollen.
Es könnte aber auch sein, dass an der russischen Export-Infrastruktur wieder einmal ein Gebrechen auftritt.
Die westliche – auch die österreichische quasistaatliche – Journaille tut seit Sonntag ihr Möglichstes die ungarische Wahl zu mis-charakterisieren, wie weiland die Trumpisten im November 2024 (“Erdrutschsieg”).
Wohl wahr, in Mandaten war’s ein “landslide”, nicht aber in Stimmen.
Im “popular vote” war’s ein Stimmungsumschwung von ein paar Prozentpunkten, bemerkenswerterweisecsogar “am Land”, sonst aber
ähnlich, nein, gegengleich wie/zu den USA im November 2024.
Aber gut, das Wahlsystem macht’s bei den Mandaten und es ist vielleicht tatsächlich ein“Akt poetischer Gerechtigkeit”, wenn nun der Orban-Widersacher von der Wahlrechtsreform Orbans profitiert, die es ermöglicht hat, mit ein bisschen über 50% eine Zweidrittelmehrheit einzufahren.
Die Triumph-Heuler sollten sich nur nicht zu früh freuen. Ohne Öl und Gas ist alles nix und man wird sehen, ob’s die TISZA tatsächlich bis zum Wechsel der Amtsgeschäfte schafft.
Bild: Norbert BanhalmiNorbert Bánhalmi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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