Corona: Korrekte Disinformation in Gedenkistan

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Screenshot orf.at

Während die Caritas Mahnwachen und Messen für angebliche Corona-Tote organisiert, begründet Kanzler Basti das Aushebeln der Verfassung mit “mehr als 100 Covid-Toten” pro Tag. Formal gesehen ist beides korrekt – und doch Disinformation, die unglaublich dezentralisiert vonstatten geht.

“5.127 Kerzen gedenken CoV-Verstorbener” ist die Aktion, mit der die Caritas am Freitag gemahnt hat, diesmal mit Bezug auf angebliche Opfer von “Covid 19″.

Aus dem Artikel geht’s nicht hervor und dieser Blogger hat die entsprechende Zahl nicht im Kopf,

aber er nimmt doch an, dass die mehr als 5.000 Toten welche sind, die nach WHO-Zählung heuer in der (östlichen) Alpenrepublik als Pandemie-Opfer angefallen sein sollen.

Die Zahl selbst wird schon korrekt sein, die Caritas hat sich sicherlich beim Gesundheitsministerium erkundigt.

Das heißt freilich nicht, dass der Eindruck, der mit derlei Aktionen erweckt wird, besonders viel mit der Wirklichkeit zu tun hat, denn:

  • Die Toten, deren vor dem Stephansdom gedacht wurde, sind, wie gesagt, Corona-Sterbefälle nach WHO-Zählung (zu den “quasi-betrügerischen Klassifizierungskriterien” der Weltgesundheitsorganisation siehe hier) – es sind, kurz gesagt, Sterbefälle “von und mit Corona”, was von Journaille & Caritas zu “Corona-Toten” verkürzt wird.
  • Zweitens sollte man vielleicht dazu sagen ( = wenigstens die sg. Journalisten), wie viele Menschen in besagtem Zeitraum in Ö. insgesamt verstorben sind – bis inkl. 49. Kalenderwoche wohl mehr als 80.000 (bin zu faul zum Addieren, 2019 waren’s im Gesamtjahr gut 83.000, siehe Statistik Austria). Die gedokterte Zählweise legt nahe, dass die 5.127 Kerzerl-Toten zusätzlich angefallen seien, nüchternere Beobachter dürfen davon ausgehen, dass nur ein Teil davon “genuine Covid-Tote” sind).

Der trotz alledem von der Journaille-gestützte Kanzler säuft aus derselben verschmutzten Info-Quelle, wenn es darum geht,

die schrittweise Abschaffung des Rechtssstaats & wochenlangen Hausarrest für dessen Bürger zu begründen.

Kurz sprach – wieder einmal – von “100-Corona-Toten binnen 24 Stunden” und lässt dabei geflissentlich unter den Tisch fallen, dass

  • dass er dabei wieder die “von & mit-Zählweise” der WHO verwendet und dass
  • in jüngeren “Normaljahren” um diese Zeit täglich ca. 230 Österreicher pro Tag sterben (1.600 pro Woche). Auch hier darf getrost davon ausgegangen werden, dass es eine beachtliche Schnittmenge zwischen Bastis “100 Corona-Toten” und den (zuletzt) 2.536 Wochentoten der Statistik Austria gibt (so lange die Verstorbenen nicht unabhängig obduziert werden, kann man es real nicht zuordnen). Dass es in der 49. KW 2020 um 58,6% mehr Tote gegeben hat als in der Vergleichswoche 2019, sei unbestritten.

Unabhängiger Journalist

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