Ö: Zielgruppenpartei SPÖ?

Die SPÖ, die zur Zeit Bruno Kreiskys noch die absolute Mehrheit bei Nationalratswahlen erringen konnte, grundelt in den letzten Umfragen bei 15 Prozent herum und ist nach der Schein-Lösung von Sonntag “weiter auf gutem Weg eine Zielgrppenpartei zu werden”. Das ist auch, aber nicht nur ,das Verdienst des Hr. Babler. Bei der ÖVP kann man noch diskutieren, ob der Begriff “Volkspartei” angebracht ist, obwohl sie schon seit längerem keine Großpartei mehr ist. Zweifel sind angebracht, ein abschließendes Urteil steht aber noch aus. Eine unbezweifelbare Volkspartei scheint in der östlichen Alpenrepublik nur mehr die FPÖ zu sein.

Nicht schlecht für eine Partei, die in den Anfangsjahren der Zweiten Republik unter dem Namen VdU noch als “Zielgruppenpartei der alten Nazis” gegolten hat.

Wie dem auch sei, das ist nicht das Thema. 

Das Thema hier und jetzt ist, wie aus (ehemaligen) Volks- und Großparteien Wurmfortsätze eines traditionellen (oder neuen) Kern-Klientels werden konnten.

Besonders frappierend ist, wie gesagt, das Beispiel der SPÖ, die nach 1945 in der Hälfte aller österreichischen Bundesregierungen den Bundeskanzler stellte.

Nach Meinung dieses Bloggers würde es einigen Altgenossen, beginnend bei Vranitzky und Klima, gut anstehen, sich ein paar selbstkritische Fragen zu stellen.

OK,  das “Umfeld” hat sich ziemlich verändert und “zersplittert” haben sich nicht nur die Marktanteile früherer Monopolisten.

OK und auch die “Medienlandschaft” scheint eine andere geworden zu sein,

oberflächlich gesehen.

Aber wie kommt es dann, dass die “Marktanteile” der FPÖ nicht auch zersplittert sind und dass die Blauen über ein offenbar austauschbares Spitzenpersonal immer wieder, über Jahrzehnte hinweg zulegen können,

obwohl fast die gesamte schreibende Zunft selektiv kritisch über die FPÖ berichtet?

(Nichts gegen kritische Berichterstattung über Parteien, aber bitte auch über die anderen!)

Auch die Presseförderungsgeschichte, die z.B. der Standard rauf und runterspielt, trägt nicht bis zum Kern der Sache.

Und der Kern der Sache ist:

Wie kommt’s, dass eine Partei, die unter den Namen “SDAP Deutschösterreichs” uns “Sozialistische Partei” noch eine Volkspartei war, das heute nimmer ist bzw.

gibt es evtl. Kräfte in der SPÖ, die lieber eine dritte parlamentarische Zielgruppenpartei aufmachen würden,

vlt. weil Zielgruppenparteien Kaderparteien ähnlicher sind als Volksparteien?

Unabhängiger Journalist

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