Peak Oil-”Theater” am Golf

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Brennende Raffinerie in Teheran, 7.3.2026

Um die “Öffentlichkeiten” in Ost und West weiter glauben zu machen, dass politische bzw. kriegerische Ereignisse am Ende des Öl-Zeitalters schuld seien, wird gerade ein aufwändiges Spektakel um die “Straße von Hormuz” veranstaltet, dessen Ausgang für alle absehbar ist – ev. mit Ausnahme von ein paar Experterln und Journaille-Angehörigen mit Tunnel-Blick, die sich, wie so oft, blöd stellen. Der jeweiligen “Basis” soll vorgegaukelt werden, dass der jeweilige Feind – “Terroristen”, das “Mullah-Regime”, der “Globale Westen”, der “Große Satan” etc. – für die “disruption” des Lebenssafts unserer heutigen globalen Zivilisation verantwortlich sei – was zunächst als prinzipiell umkehrbare Situation dargestellt wird.

Das ist leider Gottes Unsinn, aber das ständige Verschieben auf den St. Nimmerleinstag, ist ein Mem, das die Öffentlichkeiten in West & Ost schon lange gewohnt sind und das eine temporäre Fortführung des Status Quo ermöglicht.

Die manchmal genannten 20 mmdb Angebotsentfall beruhen auf einer schwer haltbaren “Bruttorechnung”, die sich aus einem Vergleich zur Situation vor dem 28. Februar 2026 mit heute ergibt,

und die vielleicht – hoffentlich! – jetzt noch nicht aktuell ist.

Das ursprüngliche Bild von der bloß zeitweiligen Unterbrechung ist freilich trotz der enormen Informationslenkung in West & Ost nicht allzu lange aufrecht zu erhalten,

weswegen Meldungen über Zerstörungen der “golfarabischen/persischen Energie-Infrastruktur” und der “freiwilligen Stillegung” von dortigen Kapazitäten etc. nicht nur zugelassen werden,

sondern sogar erwünscht sind (schließlich muss die Schmierenkomödie itgendwann einmal bei “near zero” beendet werden).

Erster Akt: Ukraine-Krieg

Der Act am den Persischen/Arabischen Golf ist freilich bereits der zweite Akt. Der erste größere “militärisch-politische Akt” hat in und um “Osteuropa” stattgefunden

und als “Katalysator” hat dabei der “Ukraine-Krieg” seit Februar 2022 gedient,

(ein Vorwand, der eigentlich ja schon seit dem Entstehen der Ukraine als selbstständiger Staat 1991, spätestens aber seit der NATO-Osterweiterung, “Juschtschenko” und der “inkrementellen Integration der Ukraine  in die NATO” ab etwa 2008 zusammengebraut wird).

In dieser Etappe wurde Russland, der bis dahin angeblich weltgrößte Öl-Exporteur, öffentlichkeitswirksam “aus dem Großen Bild genommen”, mit oder ohne Einverständnis der dortigen (pro)russischen Eliten.

Ausweislich der “Statistical Review 2025″, p. 33 hat die Russische Föderation 2021 7,8 mmbd Öl exportiert, um einen Hauch mehr als Saudiarabien. Die Amis haben in diesem Jahr zwar bereits 8 Millionen Barrel pro Tag exportiert, aber auch 8,5 mmbd eingeführt (was für die RF und das Königreich Saudiarabien nicht einmal ansatzweise der Fall ist).

Dieser erste (“politisch-militärische”) Peak Oil-Akt folgte der Situation von 2015/16, als nach “Paris” und dem ersten Wahlsieg Trumps klar wurde, dass der CO2-Psyop - “der westliche Code” für das Ende des Öl-Zeitalters -  nicht einmal im “globalen Westen” mehr wirklich verfängt

(sehr wohl aber noch in “Europa”).

Mal sehen, was nun die nächsten Etappen sind

(vermutlich ist der Ausfall von US-Exporten auf den “Weltmarkt” mit irgendwelchen vorgeschobenen Gründen der “nächste große Brocken”

- das leicht dokumentierbare sprunghafte Verhalten des amtierenden US-Präsideten würde eine großartige Erklärung liefern, die den internationalen Trump-Feinden zupass kommen würde: Die (Allein-)Schuld trüge dann, wie üblich,  “der Donald” – wie es sich für einen Lieblings-Sündenbock “geziemt”).

Viertel der Weltproduktion tangiert

Bleibt für diesen Blogger nur noch eine schnelle und “schmutzige” Zwischenrechnung:

Mit den “Sanktionen” und den hoch sichtbaren ukrainischen Angriffen auf russische Energie-Infrastruktur am Schwarzen Meer ist der publizistische Boden für den Ausfall der russischen Öl-Exporte oder gar der gesamten dortigen Produktion aufbereitet

(obwohl das reale Thema eher die russische Förderung am Ural, auf der Halbinsel Jamal und im weiteren Hohen Norden des Landes ist).

Hier ist bis heute “schätzometrisch” mit einem Einknicken der Produktion von früher 11 mmdb um etwa 50 Prozent zu rechnen und von 70 bis 80 Prozent der früheren Exporte von 7,8 mmdb (siehe oben).

Das würde im natürlichen Lauf der Dinge liegen, begünstigt durch Kapital- und Technologiemangel, die beide nötig sind, um über Erweiterungs- und “Redevelopment”-Investitionen die natürliche Erschöpfung der Felder hintan zu halten.

Das entspricht nun weder den Verlautbarungen der russischen Zentralgewalt, noch den Einschätzungen spezialisierter Institute und Experterln.

Was die Inlandsproduktion betrifft, gibt es keine einigermaßen verlässlichen Quellen außerhalb der russischen Regierung und den dortigen staatlichen (staatsnahen) Firmen. Es scheint so zu sein, als müsste man den diesbezüglichen Proklamationen glauben, opder eben nicht.

Was die Lieferung an “Drittländer” betrifft, scheint es im Schiffsverkehr ein “objektivierbares” Kriterium, das Vessel-Tracking zu geben.

Das wurde im Fall RF durch einen diesem Blogger unbekannten Mechanismus ausgeschaltet, sodass diese auch dem Westen genehme russische Staatspropaganda für bare Münze genommen wird (“Schattenflotte”).

Dieser Blogger kann an dieser Stelle nur mutmaßen – und seine Spekulationen reichen von simpler Bestechung bis hin zu immens aufwändigen Propaganda-Operationen, in denen Öl-Tanker – womöglich mit Wasser beladen (“Tiefgang”)  – Richtung ” Weltmarkt” oder “Indien” aus russischen Häfen auslaufen.

Nur eins ist hier klar:

“Echte Experten” können einen Export von – sagen wir: – 5 bis 6 mmdb Erdöl über die “Nordost-Route” oder um das Horn von Afrika unmöglich ernst nehmen,

und der Gedanke, dassdie  Schrottkähne der “Schattenflotte” eine solche Menge durch den “feindlich kontrollierten” Suez-Kanal schippern könnten,

ist nur unwesentlich besser.

Hier stellt sich die Frage:

Warum, bitteschön, schreien all die internationalen Auskenner-Experterl bei solchen “Zumutungen für den gesunden Menschenverstand” nicht auf,

ebensowenig wie diverse westliche Auslandsgeheindienste,

die sonst angeblich ja jeden Furz Putins kennen?

Also, um zu einem Ende zu kommen, die angekündigte “Zwischenrechnung”:

Wir müssen heute real mit gut 5 mmdb Ausfall aus der RF rechnen,

vermehrt um letztlich 20 mmbd Minderproduktion aus dem Persischen/Arabischen Golf

(dessen Produktion laut einer Goldman Sachs-Berechnung vom 24. April 2026 an diesem Tag bereits auf 57% des Vorkriegsniveaus´, also etwa 11 mmdb “zusammen geschnurrt” war).

Das macht “im Vollausbau” (rein rechnerisch) einViertel der weltweit täglich verbrauchten 100 Millionen Barrel “all liquids” aus, die freilich weitaus überwiegend (90% plus oder so) NICHT international gehandelt werden.

Bild: JPSS imagery: CSU/CIRA & NOAA/NESDIS, Public domain, via Wikimedia Commons

Anmerkung, 13.5.2026, 02.00 Uhr: Dieser Blogger schreibt neuerdings mmdb für “Millionen Barrel pro Tag” statt bloß mdb. Der Hauptgrund dafür ist, dass “m” auf Latein 1.000 bedeutet und 1.000 mal 1.000 eine Million ergeben.

Unabhängiger Journalist

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