
Der US-amerikanische Blogger Steve St. Angelo, der auch der Edelmetall-Szene “immer wieder mit dem A. ins Gesicht fährt”, hat in einem jüngeren Posting Einnahmen und Kosten von Edelmetall-Schürfern und BTC-Minern verglichen und kommt zu dem Ergebnis, dass “primäre” PM-Schürfer einerseits massiv profitabel sind, deren BTC-Gegenstücke aber gut doppelt so hohe Kosten als Einnahmen haben (werden) und daher Verluste machen, speziell nach dem jüngsten “sell off”. Der “casus knacksus” dürfte ein anderer “Kosten-Ansatz” sein. Mittlerweile liegen die zu erwartenden Einnahmen der Krypto-Mineure aber auch unterhalb der weithin als “gemeinsame Währung” akzeptierten “cash costs”, die für St.Angelo schon immer völlig ungenügend waren.
Vorbemerkung: Um die folgende Argumentation Steve St. Angelos voll zu verstehen, müsste man nicht nur über das “intellektuelle Rüstzeug” eines Analysten (generisches Maskulinum) verfügen, sondern auch die Debatte über die Bewertung von Edelmetall-Aktien kennen, die während der vergangenen 10 – 15 Jahre geführt wurde und in der St. Angelo anscheinend bis heute eine Minderheitsmeinung vertritt.
Trotzdem ist die Beschäftigung auch interessierter Laien mit dem von Srsroccoreport gezeichneten Bild sinnvoll, weil IMO aus der Gegenüberstellung u.a. klar wird, dass Schürfer von gold-und silberhaltigen Erzen über einen viel dickeren “Gewinn-Polster” verfügen, mit dem sie Rückgänge in den Preisen ihres Hauptprodukts “abfedern” können. Das hier diskutierte Slide entstammt den letzten Minuten dieser Präsentation St. Angelos und wird hier mit Genehmigung des Autors verwendet, wofür gedankt wird.
Obzwar dieser Chart den letzten Minuten der Präsentation de Angelos entstammt, empfiehlt es sich doch, sich alles anzuhören, ebenso wie Teile dieses Postings von Anfang Mai (Achtung, “Paywall”!).
In beiden Fällen wird ein Ende März erschienener Coinshares-Report über das letzte Quartal 2025 verwendet, dem Steve freilich die “All in costs” und nicht die bloß halb so hohen “Cash Costs” entnimmt, wie viele BTC-Freunde das wohl bevorzugen würden.
Die Folge ist, dass die auf produzierte Bitcoins herunter gebrochenen Kosten der Krypto-Mineure tlw. deutlich höher sind als deren Einnahmen
(im Gegensatz zu den wie immer berechneten Kosten/Einnahmen/Gewinnen von Newmont & Co, die auf Feinunzen herunter gebrochen werden.)
Neben diesem Research-Report, der in beiden Fällen nicht ganz sauber zitiert wird, macht Steve auf 8:30 die seiner Meinung nach unvollständigen durchschnittlichen Kosten pro BTC geltend, die ein Datenprovider den Krypto-Mineuren zurechnet und kontrastiert diese mit den revenues nach dem sell off des vergangenen Wochenendes
(wenig überraschend sind hier die Kosten pro BTC laut MacroMicro um 50 Prozent höher als die Einnahmen).
Und gewissermaßen als “Beweisstück Nr. 3″ sieht sich de Angelo die Quartalszahlen der börsenotierten CleanSpark, eines großen US–amerikanischen Krypto-Mineurs an (des ersten Quartals 2026); dies auch deswegen, wei CLSK Q1/2026 bei ihm bisher noch nicht “gewürdigt” worden ist (in Gegensatz z.B. zu den “Riot Platforms”).
St. Angelo unterzieht die CLSK-Zahlen einer Analyse und macht geltend, dass die allgemeinen und “administrative costs” sowie die Abschreibung zusammengenommen fast so hoch seien wie die (“historischen”) Umsätze des Unternehmens
(wobei direkte Kosten wie etwa der Strom noch gar nicht enthalten seien).
Als zweiten Schritt passt de Angelo die Einnahmen CleanSparks (pro BTC) an den fast 20-prozentigen Kursrückgang von Anfang Juni an,
was das Gesamtbild vollends “grimmig” macht.
Im “krönenden Abschluss-Chart” ab Minute 15 schließlich kontrastiert de Angelo die Einnahmen-/Kostenstrukturen der Abbaubetriebe von Gold und Silber einerseits mit jenen der BTC-Mineure andererseits.
Er verwendet für Letztere die gerundeten “All in-Kosten” der Coinshares-Analyse sowie den BTC-Kurs nach dem großen Rückgang von (vor)vergangenem Wochenende.
Gold und Silber haben beim großen Abverkauf von vor einer Woche auch gehörig eins auf die Nase bekommen, die der gebrachte Vergleichschart zeigt aber, dass die “primären precious metals miner” aber noch immer nur etwa die Hälfte ihrer Einnahmen für Kosten aufwenden müssen,
wohingegen die (“All in”-)Kosten der Krypto-Mineure deren Umsätze um mehr als 160 Prozent übersteigen sollen.
Dieser Blogger hat zwar Zweifel, ob die von de Angelo ins Treffen geführten Kosten nicht doch zu hoch gegriffen sind, er hält dessen Argument jedoch grundsätzlich für stichhaltig. Mittlerweile übersteigen ja schon die bei Coinshares festgestellten “cash costs” von Ende 2025 die “revenues” der BTC-Miner (jeweils pro produziertem Bitcoin).
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