Warten auf den Zusammenbruch von Obamas Gesundheitsreform?

Der neue US-Präsident hat letzte Woche bei der Reform der Gesundheitsreform Obamas eine (faktische) Abstimmungsniederlage einstecken müssen, der erste wirklich tiefgehende setback seiner Amtszeit. Der Abstimungs-Rückzieher zeigt hauptsächlich, dass das zugrunde liegende Problem nicht einfach und ohne Opfer zu produzieren gelöst werden kann. Das US-Gesundheitswesen ist noch verkorkster als die europäischen Systeme (und das will was heißen). Trump will Obamacare jetzt unter der eigenen Last zusammenbrechen lassen, “denn es gehört zu 100% Nanci Pelosi und Chuck Schumer (dem. Politikern).” [Read more...]

Der unwiderstehliche Charme des Blähgelds – eine Pseudo-Alternative

Mittlereweile hat sich herumgesprochen, dass unser Finanzsystem für die einfachen Leute absolut unbekömmlich ist – was sich u.a. in der Abzocke zeigt, bei der “Sparbuchbesitzer” enteignet oder in Risikoanlagen getrieben werden – ein Gemeinschaftsprojekt von Politicos und Bankstern. Da tauchen “Reformer” auf, die sich scheinbar der Geldnutzer und kleinen Vermögenden annehmen – die aber primär eine problemlosere Staatsfinanzierung wollen. Hier eine ARD-Doku, die im ersten Teil erstauinlich wahrheitsgetreu ist, deren Autoren sich dann aber als intellektuell überfordert erweisen, bestenfalls:
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Weiß Trump, dass sein “großes Amerika” Adieu zum Dollar sagt?

Der mexikanische Silber-Fan Hugo Salinas Price hat dem neuen US-Präsidenten Ignoranz vorgeworfen und gemeint, Trump wisse nicht, dass die Leistungsbilanzdefizite seines Landes Folge der globalen monetären Ordnung und nicht schlechter Handelsverträge seien. Die Schuld Mexikos bestehe nur darin, “nach den Regeln agiert zu haben, die die USA selbst etabliert haben”. Salinas Price erwartet zwar die Ersetzung des US-Dollars durch ein närrisches Konstrukt rund um Sonderziehungsrechte des IWF, fordert den Gouverneur der mexikanischen Zentralbank aber auf, seiner Idee einer auf Silber basierenden Alltagswährung näherzutreten. NB zum Entstehen der Maquíladora-Industrie. [Read more...]

Nachtrag zur Sinn-Rezension: Target zwo einst und jetzt

Hier erklärt Hans-Werner Sinn in einem historischen TV-Beitrag (Phoenix) noch einmal die Funktion des Target-Systems als eine Einrichtung des Euro-Systems, das den Südländern öffentlichen Kredit zu Lasten (auf Risiko) der Bundesbank einräumt. Die Leistungsbilanzungleichgewichte, die den Saldo der BuBa aufgeblasen haben, wurden  mittlerweile stark eingedämmt – und trotzdem ist dieser auf einen neuen Höchststand geklettert! WTF? Kapitalflucht! Hier das alte Sinn-Video:
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Professor Sinn und der Sinn der Europäischen Union von heute

schwarzer_juni_CoverDer Ex-Chef des IFO-Instituts ist einer von wenigen, der um die Mechanismen hinter dem Staatsbauprojekt EU weiß – und auch, dass Berlin dabei die Rolle jenes Schafs spielt, das zusammen mit zwei Füchsen demokratisch über das Abendessen abstimmt. Im jüngsten Buch beweist der Ökonom erneut außerordentlichen Scharfsinn. Weil er sich aber freut, wenn Herr Schäuble auf einer Tagung zu seinen Ehren erscheint, spricht er nicht aus, was die Deutschen tun müssten: Merkel und Gabriel aus dem Amt entfernen, die kontrollierten Medien abbestellen und die Lobbyisten gewisser Exportinteressen zum Teufel jagen. [Read more...]

Nachtrag zu Vermögensblasen: Gute und böse Bubbles, z.B. Gold

Die Zentralbanken haben in den vergangenen 100 Jahren gelernt, Asset Inflation zu schaffen, aber auch wie man diese steuert. Dabei wird nicht nur frisches Basisgeld von Gütern des täglichen Bedarfs weitgehend ferngehalten – das von den CBs gesteuerte System unterscheidet auch gute und böse Blasen. Gold gehört zur zweiten Kategorie. Der wohl wichtigste Grund ist, dass eine Goldblase die hier beschriebene koordinierte Entwertung der Fiat-Währungen sichtbar machen würde. Deshalb müssen die “Hüter der Währungsreserven” den Goldpreis auch “manipulieren”. NB zu persönlichen Finanzen. [Read more...]

Brendan Browns Blasen-Brevier: Asset Inflation seit 100 Jahren

cover_brownEin britischer Ökonom mit einem wahrscheinlich einmaligen Einblick in Theorie und Praxis des westlichen Finanzsystems hat über die Asset Inflation, eine gemäß seiner Darstellung weltweite monetäre Seuche geschrieben. Es ist eine Krankheit, die von jenen Institutionen ausgeht, die vorgeblich geschaffen worden sind um eben die Plage der Finanzmarktinstabilität zu verhindern – den Zentralbanken, speziell der US-amerikanischen. Eine Besprechung. [Read more...]

War on Cash: Blitzkrieg in Indien, bedächtig-hinterhältig in Europa

Während Indien über Nacht 85% des Bargelds für ungültig erklärt hat, setzt die EU auf traditionell heimtückisches Vorgehen. Graduell und scheinbar ohne Hast treibt man die Abschaffung von Cash sowie die Beschlagnahme privater Vermögenswerte voran, die Enteignung von “Aktiva”, die (noch) nicht in den Assets der Finanzindustrie stecken. [Read more...]

Das Ende von Bail In, serviert auf Kärntner Schuldenschnitterl

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Kärnten-Retter Schelling in einem früheren Leben

Wer erinnert sich noch an den terminus technicus Bail In, der nach der zypriotischen Bankenkrise 2013 populär geworden ist? Er bedeutete, dass die “Gläubiger” einer kaputten Bank bis hinunter zum Einleger in die Bresche springen müssen, ehe der Staat um Geld gebeten wird. Seit 2016 ist diese Philosophie EU-Gesetz. Höchste Zeit für ein bisschen Rechtsbeugung, wieder einmal! In Italien und Österreich hätt’ man gern (macht man) jetzt wieder einen bail out. Mal sehen, was Berlin bei der Deutschen Bank tut. [Read more...]

Wieder Zahlungsbilanzkrise im Euro – Immer Ärger mit Target

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Target-Kurve der Buba (via Querschüsse)

Die Zahlungsbilanzprobleme der Eurozone, 2013/14 abgeflaut, feiern fröhliche Urständ’ – was sich u.a. bei Target zeigt, dem Verrechnungssystem, mit dem private Kapitalflüsse in den Süden durch öffentliche Kapitalexporte durch Nordeuro-Länder ersetzt werden. Dieser neue Anfall geht freilich ohne Rendite-Haussen und Leistungsbilanz-Defizite ab. Worin besteht die Krise dann wirklich? [Read more...]

Nachtrag II zu Macht-Kontrolle: Ist “Geld” für die Demokratie off limits?

Bei meinen Überlegungen zur Kontrolle der demokratischen Macht (bzw. den Reaktionen darauf) ist eine neue, alte Überlegung aufgetaucht: Es ist das Argument, dass Währungsfragen auch in unserem demokratisch-republikanischen System nicht Mehrheitsentscheidungen unterworfen werden könnten und dass das auch für die Ersetzung der nationalen Währungen durch den Euro gelte. Das rührt an eine unüberschaubare Debatte mit tiefen ideengeschichtlichen Wurzeln, in der ich nur als interessierter Laie agieren kann. Mit dem vorgebrachten Prinzip bin ich einverstanden, aber nicht eines Sinnes mit dem Einwender. NB zu den Vorteilen von flexiblen Wechselkursen und Währungswettbewerb. [Read more...]

Dollar stark, Eurogold schwach: Das Rätsel der Währungs-Kreuze

Wie ausdauernde Leser dieses Blogs wissen, wird hier die These vertreten, dass der Goldpreis zu währungs- und zinspolitischen Zwecken systematisch “gemanagt” wird – siehe z.B. hier -, unter anderem durch Leerverkäufe an Warenbörsen. Eine weniger abrupte, aber kontinuierlich verwendete Methode konnte in der Nacht auf Montag am FX-”Markt” beobachtet werden. Sie erzeugt ein Phänomen, das es eigentlich gar nicht geben dürfte: einen Euro, der gegen den US-Dollar verlor, in dem “Gold” aber gleichzeitig Wert einbüßte. [Read more...]