Professor Sinn und der Sinn der Europäischen Union von heute

schwarzer_juni_CoverDer Ex-Chef des IFO-Instituts ist einer von wenigen, der um die Mechanismen hinter dem Staatsbauprojekt EU weiß – und auch, dass Berlin dabei die Rolle jenes Schafs spielt, das zusammen mit zwei Füchsen demokratisch über das Abendessen abstimmt. Im jüngsten Buch beweist der Ökonom erneut außerordentlichen Scharfsinn. Weil er sich aber freut, wenn Herr Schäuble auf einer Tagung zu seinen Ehren erscheint, spricht er nicht aus, was die Deutschen tun müssten: Merkel und Gabriel aus dem Amt entfernen, die kontrollierten Medien abbestellen und die Lobbyisten gewisser Exportinteressen zum Teufel jagen. [Read more...]

Nachtrag zu Vermögensblasen: Gute und böse Bubbles, z.B. Gold

Die Zentralbanken haben in den vergangenen 100 Jahren gelernt, Asset Inflation zu schaffen, aber auch wie man diese steuert. Dabei wird nicht nur frisches Basisgeld von Gütern des täglichen Bedarfs weitgehend ferngehalten – das von den CBs gesteuerte System unterscheidet auch gute und böse Blasen. Gold gehört zur zweiten Kategorie. Der wohl wichtigste Grund ist, dass eine Goldblase die hier beschriebene koordinierte Entwertung der Fiat-Währungen sichtbar machen würde. Deshalb müssen die “Hüter der Währungsreserven” den Goldpreis auch “manipulieren”. NB zu persönlichen Finanzen. [Read more...]

Brendan Browns Blasen-Brevier: Asset Inflation seit 100 Jahren

cover_brownEin britischer Ökonom mit einem wahrscheinlich einmaligen Einblick in Theorie und Praxis des westlichen Finanzsystems hat über die Asset Inflation, eine gemäß seiner Darstellung weltweite monetäre Seuche geschrieben. Es ist eine Krankheit, die von jenen Institutionen ausgeht, die vorgeblich geschaffen worden sind um eben die Plage der Finanzmarktinstabilität zu verhindern – den Zentralbanken, speziell der US-amerikanischen. Eine Besprechung. [Read more...]

War on Cash: Blitzkrieg in Indien, bedächtig-hinterhältig in Europa

Während Indien über Nacht 85% des Bargelds für ungültig erklärt hat, setzt die EU auf traditionell heimtückisches Vorgehen. Graduell und scheinbar ohne Hast treibt man die Abschaffung von Cash sowie die Beschlagnahme privater Vermögenswerte voran, die Enteignung von “Aktiva”, die (noch) nicht in den Assets der Finanzindustrie stecken. [Read more...]

Das Ende von Bail In, serviert auf Kärntner Schuldenschnitterl

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Kärnten-Retter Schelling in einem früheren Leben

Wer erinnert sich noch an den terminus technicus Bail In, der nach der zypriotischen Bankenkrise 2013 populär geworden ist? Er bedeutete, dass die “Gläubiger” einer kaputten Bank bis hinunter zum Einleger in die Bresche springen müssen, ehe der Staat um Geld gebeten wird. Seit 2016 ist diese Philosophie EU-Gesetz. Höchste Zeit für ein bisschen Rechtsbeugung, wieder einmal! In Italien und Österreich hätt’ man gern (macht man) jetzt wieder einen bail out. Mal sehen, was Berlin bei der Deutschen Bank tut. [Read more...]

Wieder Zahlungsbilanzkrise im Euro – Immer Ärger mit Target

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Target-Kurve der Buba (via Querschüsse)

Die Zahlungsbilanzprobleme der Eurozone, 2013/14 abgeflaut, feiern fröhliche Urständ’ – was sich u.a. bei Target zeigt, dem Verrechnungssystem, mit dem private Kapitalflüsse in den Süden durch öffentliche Kapitalexporte durch Nordeuro-Länder ersetzt werden. Dieser neue Anfall geht freilich ohne Rendite-Haussen und Leistungsbilanz-Defizite ab. Worin besteht die Krise dann wirklich? [Read more...]

Nachtrag II zu Macht-Kontrolle: Ist “Geld” für die Demokratie off limits?

Bei meinen Überlegungen zur Kontrolle der demokratischen Macht (bzw. den Reaktionen darauf) ist eine neue, alte Überlegung aufgetaucht: Es ist das Argument, dass Währungsfragen auch in unserem demokratisch-republikanischen System nicht Mehrheitsentscheidungen unterworfen werden könnten und dass das auch für die Ersetzung der nationalen Währungen durch den Euro gelte. Das rührt an eine unüberschaubare Debatte mit tiefen ideengeschichtlichen Wurzeln, in der ich nur als interessierter Laie agieren kann. Mit dem vorgebrachten Prinzip bin ich einverstanden, aber nicht eines Sinnes mit dem Einwender. NB zu den Vorteilen von flexiblen Wechselkursen und Währungswettbewerb. [Read more...]

Dollar stark, Eurogold schwach: Das Rätsel der Währungs-Kreuze

Wie ausdauernde Leser dieses Blogs wissen, wird hier die These vertreten, dass der Goldpreis zu währungs- und zinspolitischen Zwecken systematisch “gemanagt” wird – siehe z.B. hier -, unter anderem durch Leerverkäufe an Warenbörsen. Eine weniger abrupte, aber kontinuierlich verwendete Methode konnte in der Nacht auf Montag am FX-”Markt” beobachtet werden. Sie erzeugt ein Phänomen, das es eigentlich gar nicht geben dürfte: einen Euro, der gegen den US-Dollar verlor, in dem “Gold” aber gleichzeitig Wert einbüßte. [Read more...]

Staat verdient Milliarden an Schulden, Sparer bezahlen es

Der deutsche Staat hat wegen der sinkenden Zinsen Milliarden verdient bzw. sich erspart, wird triumphierend vermeldet. Die Kehrseite der Medaille lassen unsere Medien lieber unter den Tisch fallen: Die Rechnung müssen Sparer, Versicherungsnehmer und Mieter zahlen. Was Staaten und Banken auf der einen Seite nutzt, bedeutet auf der anderen die Enteignung der kleinen Leute. Nur Anleihen-, Aktien- und Immobesitzer dürfen sich freuen. [Read more...]

Brexit: “Anleger” strafen Euroland

BrexitWährend in den TV-Kanälen des Kontinents endlos darüber gelabert wird, wie sehr sich die Engländer ins eigene Bein geschossen hätten und wie schnell die Finanz-Zocker aus London abwandern würden, traf die Brexi-Entscheidung die Aktienmärkte von Euroland ungleich stärker als jene aus der Anglosphäre – obwohl letztere kostspieliger, teilweise gar absurd überteuert sind. Am besten hielt sich der englische Futsie. NB zu den “Chancen” des Kursmassakers. [Read more...]

Brexit und Währungsmanagement

Brexit, schmecksit, völlig egal – zumindest für die britische Volkswirtschaft. Dabei bleibe ich. Nicht egal ist das Leave-Votum 1.) für die drama queens in den Medien und 2.) für die Finanzmarktmanager in den (Noten)Banken. Die machten gute Umsätze, beispielsweise mit Käufen von (elektronischen) Dollars. Das Referendum ist der Vorwand, der’s möglich macht. [Read more...]

Inzwischen in Athen … – Rückblick auf ein gründlich verlorenes Jahr

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Oxi-Demo am Syntagma, Juli 2015

Vor einem Jahr war die neue Koalition in Athen frisch im Amt und alle waren hoffnungsfroh, dass sich nun, nach der Entfernung der korrupten Volksparteien, irgendeine Lösung ergeben werde. Heute ist’s wie eh und je, nur dass die Lage der wirklichen Griechen (alle außer Steuerflüchtlingen und Beamten) schlechter geworden ist. Tsipras und Merkel liefern sich ein Rennen, wer das jeweilige Wahlvolk besser verarschen kann. [Read more...]