Energie: Eine weitere Politico-Gaukelei mit großen Zahlen

Dieser Blogger hat sich eigentlich geschworen, nicht einzeln auf jeden Stuss einzugehen, den Politicos den lieben langen Tag erzählen, macht hier aber eine Ausnahme, weil der US-Präsident a) wirklich  mächtig ist, b) weil seine Äußerungen ziemlich genau dem Muster entsprechen, was Trumps kleine und große Politico-Kollegen (generisches Maskulinum) Tag für Tag praktizieren und c) weil daran das Versagen der “selektiven Trump-Kritik” durch die Medien gut demonstriert werden kann. Die Äußerung Trumps, die hier “abgeklopft” werden soll, ist dessen Ankündigung, dass Russland noch heuer 1,8 Millionen Tonnen  Diesel “für die USA und den Weltmarkt” liefern soll (auf den vagen Rest wird hier erst gar nicht eingegangen). Die telefonisch vom RF-Präsidenten (angeblich) zugesicherten Mengen – siehe z.B. hier und hier – entsprechen nur etwa 3,6 mal dem, was die USA in einem einzigen Tag verbrauchen und weniger als der Hälfte des täglichen Dieselverbrauchs der Welt.

Die “Welt” ist Trump vermutlich wurst, die Staaten nicht, zumindest nicht bis zum 3. November. Während man annehmen darf, dass Trump die rue de la gack nicht erkennt, in der sich auch die USA befinden,

sind ihm die midterm elections in knapp einem Monat offensichtlich nicht egal.

Zunächst zum leichteren Teil dieses Eintrags, der Mathematik.

Die “Profis” rechnen eine metrische Tonne Diesel standardmäßig mit x 7,45 Barrel um,

was dieser Blogger aus Gründen der Rundung zu mal 7,5 macht.

1,8 Millionen Tonnen sind also 1.800.000 Tonnen mal 7,5 = 13,5 Millionen Barrel.

Der Diesel-Tagesverbrauch in den USA selbst beträgt ausweislich der Energy Information Administration aktuell aber ca. 3,7 Millionen Barrel 

und wenn man die täglich exportierte Menge von 1,7 Millionen Barrel dazu rechnet (aktuell, im Gesamtjahr 2025 war es etwas weniger), kommt man auf 5,4 Millionen Barrel (die Importe sind vernachlässigbar klein).

13,5 Millionen Barrel Diesel sind also 3,6 “Tagesbedarfe” der US-Wirtschaft (hauptsächlich über Trucks) oder 2,5 “Tagesmengen”, wenn man die Exporte dazu rechnet

(wofür es, wenigstens teilweise, zweifellos vertragliche Verpflichtungen gibt).

Aus Trumps Wording geht übrigens hervor, dass es sich bei den 1,8 Millionen Tonnen noch um Lieferungen 2026 handeln muss: “spätestens im November” = “spätestens am 30.November” und unter “unmittelbar danach” kann schwerlich der Januar 2027 verstanden werden).

Wie dem auch sei , die von den Russen in Aussicht gestellten 13,5 Millionen Barrel Diesel sollten der Sachlage entsprechend mit dem US-Eigenbedarf von ca. 280 Millionen Barrel bis Jahresende verglichen werden  (3,7 Millionen Barrel mal 75 Tage)

oder überhaupt mit dem Diesel-Gesamtbedarf inklusive Exporte von mehr als 400 Millionen Barrel (5,4 Millionen Barrel mal 75 Tage).

Nachdem die Lieferungen auch für den “Weltmarkt” bestimmt sein sollen, wäre evtl. auch ein Vergleich mit dem weltweiten täglichen Dieselverbrauch von 28,2 Millionen Barrel sinnvoll (EI, Statistcal Review of World Energy 2026, p 39),

was nicht einmal der Verbrauch eines halben Tages wäre.

Das Ganze ist derartig lächerlich,

dass man der Meinung sein könnte, dass aufgewecktere Journos schnell misstrauisch werden und beginnen würden die Zahlen zu checken.

Aber nein, nichts da!

Die Journaille, die an sich nicht gewillt ist, Trump durchgehen zu lassen, was sie anderen, “guten Politicos” anstandslos durchgehen lässt,

Im Gegensatz zu Trump scheint die westliche Journaille dem Komiker von Kiew jedenfalls alles durchgehen zu lassen,

weswegen der gute Mann des Langen und Breiten über das angebliche “Geschenk an Putin” und vermeintliche “Investitionen in den Krieg” labern darf, wenigstens in den “MSM”.

Unabhängiger Journalist

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