Goldreport 2019: Edelmetall im Zeitalter des Vertrauensverlusts

goldreport_coverRonnie Stöferle und Mark Valek haben am Dienstag den Gold-Report 2019 bei einer PK in Wien vorgestellt. Er kann in der Kompaktversion umstandslos bei Incrementum heruntergeladen werden. Der jährlich publizierte Bericht, der im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Mal abgerufen wurde, IMG_20190528_101348_resized_20190528_102922621 (2)hat diesmal rekordverdächtige 330 Seiten (er wurde von 10 bis 15 Personen erstellt, erstmals erscheint er auch in Mandarin – im Juni).

Der Jahresbericht, der früher, in den Bullenjahren, noch Erstebank-Goldreport geheißen hatte, wird von Akteuren aus der Edelmetallszene gesponsert und kann u.a. deswegen gratis hergegeben werden.

Er ist natürlich auch  englisch und sowohl “extended” als auch “compact” erhältlich.

Stöferle “bedankte” sich beim österreichischen Parlament für die “Steilvorlage” zum Thema Ver(Miss)trauen (es hatte am Montag ein erfolgreiches Misstrauensvotum gegen die Regierung Kurz gegeben).

Natürlich durften auch heuer diverse Rekordmeldungen über den Goldpreis in unterschiedlichen Währungen nicht fehlen.

Faktum ist freilich, dass sich der Goldpreis in US-Dollar seit 2013 nicht mehr wesentlich verändert hat und seit diesem Zeitpunkt zwischen 1.200 und 1.300 Dollar schwankt.

Stöferle und Valek halten das naturgemäß für ein Marktphänomen (dieser Blogger widerspricht - es ist schon seltsam, dass sich im gleichen Zeitraum fast alle anderen Vermögensklassen inflationär aufgebläht haben, nur Gold nicht)

Die beiden Fondsmanager rechnen damit, dass der 2015 begonnene geldpolitische U turn der Fed in den vergangenen Monaten einen weiteren U turn hingelegt hat und dass die unmittelbare Zukunft in einer weiter (erneut) lockeren Geldpolitik liegen wird.

Allerdings scheinen sie bezüglich der Konjunktur nicht gerade optimistisch.

In ihrem “adversen Szenario” (Szenario D) gehen sie von einer stagnierenden/kontrahierenden Wirtschaft und einer lockeren Geldpolitik aus.

In diesem Fall, meinen sie, könnte der Goldpreis 1.800 bis 5.000 Dollar pro Unze erreichen – denn Au sei ein hervorragendes Gegengewicht z.B. zu den Aktien, wie sich im 4. Quartal 2018 gerade wieder erwiesen habe.

Das Risiko ist freilich, dass die absehbaren neuerlichen quantitativen Lockerungsübungen dem Goldpreis ebensowenig nutzen wie schon 2013 – 2017 (sagt dieser Blogger).

Unabhängiger Journalist

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