Nachdem der scheidende OMV-Chef, dem bez. Karriere in diesem Haus schon alles wurst sein kann, am Samstag gemeint hat, dass sich der Staat an den Zapfsäulen großzügig selbst bedient, hat der aktuelle Finanzminister, der kompetenteste Amtsinhaber seit langem, erklärt, dass von den erhöhten Ölpreisen der vergangenen Tage beim Fiskus lediglich 1,3 Euro-Cent pro Liter verkauftem Treibstoff übrig blieben und dass sich die Republik daher keinerlei “Körberlgeld” aus den hohen Erdölpreisen heraus schlage. Na gut, wenn man annimmt, dass die Preise für Super und Diesel lediglich um 5 x 1,3 = also 6,5 Euro-Cent pro Liter gestiegen sind – ok (was vielleicht vor ein paar Tagen einmal der Fall gewesen sein mag, aber seither nimmer. Mittlerweile reden wir über Preiserhöhungren von ca. 50 Cent, also zehn Cent mehr USt. pro Liter). Der eigentliche “Skandal” ist freilich, dass der Staat “schon seit Menschengedenken” bei Benzin & Co. das Handerl aufhält;
sodass gut die Hälfte des Endpreises via MöSt., USt. und wohl auch über die neue CO2-Steuer (weiß nicht, nie damit beschäftigt) in die Staatskassa geht.
Der ÖAMTC, der ja auch keine “Gesetzeslagen erfinden kann”, fasst die Sachlage folgendermaßen zusammen:
Die Kraftstoffpreise an den Zapfsäulen bestehen zum einen aus dem Nettopreis, der wiederum die Kosten für Rohöl, Produktion, Vertrieb etc. deckt und einen Gewinnaufschlag beinhaltet, sowie zum anderen aus der MöSt, der zusätzlichen CO2-Bepreisung und der Mehrwertsteuer (MwSt). Letztere ist nicht nur für den Nettopreis, sondern auch für die MöSt sowie die zusätzliche CO2-Bepreisung zu entrichten. Der “Steueranteil”, also der Anteil von MöSt, zusätzlicher CO2-Bepreisung und MwSt, lag bei Benzin im Jänner 2026 bei rund 58 Prozent, beim Diesel waren es rund 53 Prozent.”
Wir scheinen hier also keine Doppel-, wie ich irrtümlich meinte, sondern eine Dreifachbesteuerung zu haben
und Marterbauer, der ja kein Simpel ist, wie das manche Amtsvorgänger waren, weiß das natürlich.
Genauso wie er weiß, dass auch die Raffinerien an dem hohen Ölpreis leiden und
die Sache dann leider noch um ein Eck komplizierter wird, weil nicht die “Raffinerie Schwechat allein notiert”, sondern der Konzern OMV,
dessen “Upstream-Bereich” vlt. erfreut ist,
während die Raffinerien “not amused” sind
und zum Drüberstreuen gehören der Republik nur mehr 31 Prozent an der OMV,
und weitere ca. 20 Prozent den Emirats-Arabern sowie
49 Prozent “dem Publikum”, das ja auch “kein Hund’ ist”.
Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.