
Obwohl das eigentlich auf den News von (vor)gestern beruht, noch einmal ein paar Worte zum ORF-Stiftungsrat, anlässlich eines ZiB2-Beitrags von vorgestern. Freundlicherweise wurden wir vom Quasi-Staatsfunk daran erinnert, dass der “Aufsichtsrat des größten österreichischen Medienhauses” alles andere als unabhängig und schon gar nicht staatsfern ist. Dankeschön. Es ist halt nur leider so, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, ob es bei Stiftungsräten, die hauptberuflich PR-Fuzzis oder Anwälte sind, potenzielle Interessenskonflikte gibt, oder ob der “AR-Vorsitzende” beim Verkauf eines Assets besagten Unternehmens für die “Gegenseite” mit am Tisch sitzt.
Dieser Blogger, der vor drei Wochen zuletzt über besagte “Firma” geschrieben hat, hat eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie die Funkhaus-Rhomberg-Lederer-Causa ruchbar wurde,
will das aus rechtlichen Gründen hier aber nicht thematisieren.
Es ist aber nicht so schwer, man muss nur eins und eins zusammen zählen.
Wie dem auch sei,
die Info-Elite bei den ORF-Nachrichten hat jetzt – lediglich zehn Tage nach dem Ruchbar-Werden – nach gefasst und sich noch einmal dem ehemaligen Kuratorium gewidmet, dem der Mann im Zentrum der aktuellen News schon seit Zeiler-Zeiten angehört.
Nach der – sachlich korrekten – Darstellung des ZiB-Beitrags gibt es bei 12 PR-Fuzzis und 2 Anwälten im “Stiftungsrat” mögliche Interessenskonflikte (siehe “Aufmacherfoto”), weil diese Leute z.T. ORF-Konkurrenten vertreten.
“Fair enough”.
Man sollte derlei nicht bagatellisieren, handelt es sich doch um die Variante eines Musters, das anscheinend weltweit gang und gäbe ist. In den pöhsen social media wird bei einem ähnlichen Phänomen oft von einem
“revolving door between government and industry”
gesprochen.
Das Ganze hat ein “Geschmäckle” und es ist durchaus möglich, dass “Firmengeheimnisse” des einen Unternehmens auf diese Weise “im kurzen Dienstweg” bei dessen Konkurrenz landen.
Aber
- ein Unterschied sollte schon gemacht werden, wo dieser angebracht ist, gelle.
Wie im vorliegenden Berichterstattungs-Fall, der schon ziemlich stark danach “riecht”, dass da die eine, wirklich schlecht aussehende Seite durch Aufrechnung potenzieller Verfehlungen “anderer Seiten” exkulpiert werden soll.
Wenn schon der bisherige – vermutlich politisch installierte – “Generaldirektor” fällt,
warum sollte dann nicht auch der – vermutlich ebenfalls politisch installierte – “Aufsichtrats-Vorsitzende” fallen?
Es ist auch ein “Schenkelklopfer”, wenn man Jahr und Tag in irreführender Weise vor sich her trägt, dass man
“kein Staatsunternehmen ist”, dann aber bedauert, dass in diesem Fall der “Governance-Kodex für Staatsfirmen” nicht gilt.
Und was den APA-Beratervertrag eines ehemaligen “Intendanten” (und Unternehmenssprechers) und heutigen “F-nahen Stiftungsrats” betrifft, wird der Gipfel der Lächerlichkeit erklommen:
Seit wann ist der Begriff “Versorgungsposten” bzw. “Versorgungsauftrag” der Redaktion unbekannt? Gibt es im und um den ORF derlei ansonsten nicht? Und seit wann bekommt man in der APA, deren größter Genossenschafter der ORF ist, einen Beratungsauftrag gegen den Willen des Quasi-Staatsfunks?
Irgendwas sagt diesem Blogger, dass es hier nicht um den “Kulturkampf eines rechten Generaldirektors“, sondern um ein Gutsi für einen “verdienten ehemaligen Firmenkollegen” geht. Wer hat am Küniglberg schon jemals etwas dagegen gehabt?
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