Während die “diversen Publika” in West und Ost glauben gemacht werden sollen, dass “menschengemachte” kriegerische Ereignisse im allgemeinen und der jeweilige böse Feind im speziellen für die kommende Malaise verantwortlich sind, schreitet die Zerstörung der Grundlagen dieser Zivilisation gewissermaßen “im Paarflug” voran. Niemand aus der “chattering class” von letztlich organisierten Interessen “gefangen genommenen” Experten und Journos will bemerken, dass iranische Raketen- und israelische Bomben auf die “Öl verarbeitende Infrastruktur in middle east” und Drohnenangriffe auf die “russische Öl verarbeitende Infrastruktur” letztlich dieselbe Stoßrichtung haben. Sind Raffinerien etc.erst außer Gefecht gesetzt, wird kein Hahn mehr danach krähen, wenn “upstream” kein Erdöl mehr gefördert wird.
Dieser Umstand ist etwas später schon deswegen gut erklärbar, weil es offenkundig unsinnig ist Öl zu fördern, wenn es nicht verarbeitet werden kann. Erdöl muss zwingend durch Raffinerien, um in “gesellschaftlich nützliche Treibstoffe” (oder Plastiksackerl, etc.) verwandelt zu werden.
Deswegen wird in allen möglichen Propaganda-Medien jetzt auch der Eindruck eines künftig überwältigenden Erdölangebots durch den gefakten und anscheinend ohnedies nicht mehr aktuellen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran erzeugt.
Asiatische Raffinerien, wird auch von sg. Experten neuerdings behauptet, müssten sich nach einem “Deal” auf eine regelrechte Öl-Schwemme von hinter der Straße von Hormuz vorbereiten
Klopft man freilich die aufgetischten Zahlen ab, wird schnell klar, dass dieser Eindruck auf faktenferner Propaganda beruht.
Wahr ist an dem G’schichterl lediglich,
dass es ggf. kurzfristig zu billigerem Öl, dem wichtigsten “Input” aller Raffinerien kommen könnte, sollte der “Pfropfen” – wenn auch nur aus propagandistischen Gründen – entfernt werden
(worüber sich die Raffineure übrigens freuen müssten, weil das gut für ihre “Marge” ist).
Dass gut 60 mmbd für Raffinerien in Asien – siehe z.B. hier -, eine relevante Menge wären, darf freilich bezweifelt werden.
Asien ist seit Kriegsbeginn am 28. Februar bzw. der “Sperre der Straße von Hormuz” kumuliert locker eine Milliarde Barrel entgangen, wovon 60 Mio. Barrel (wenn das überhaupt stimmt) heiße 6 Prozent sind.
Etwas anders gerechnet, wären von den “netto” gut 13 Millionen Barrel pro Tag Lieferentgang etwa 10 mmbd nach Asien geflossen, was ggf. eine “Kompensation” von sechs Tagen bedeuten würde.
Der Krieg dauert nun aber schon mehr als 100 Tage.
Vollends unsinnig wird dieses G’schichterl, wenn man sich die (angeblichen) Raffineriekapazitäten von “Asia Pacific” anschaut und diese auf die angeblich drohenden zusätzlichen 62 mmbd Rohöl bezieht.
Diese (zugegeben wohl ziemlich überhöhten) Kapazitäten betragen lt. jüngster Statistical Review, p 31 etwa 37,7 mmbd, also bereinigt um die dortige Eigenproduktion (speziell in China) etwa 30 mmbd.
Das wären heiße zwei Tage “Vollauslastung“.
Trotzdem haben große westlichen Investmentbanken jüngst ihre Ölpreisprognosen gekürzt,
was Algos und menschliche Trader vlt. kurzfristig nutzen können,
was z.B. Moped-Boten in Vietnam und westeuropäische Autofahrer aber als puren Hohn empfinden müssen.
Dass die drei mythischen saudischen “Supertanker” mit ihren angeblich 6 Mio Barrel im Bauch
- unverbürgte Nachrichten sind und
- selbst wenn sie keine Fake News wären, wenig ins Gewicht fallen täten, scheint das sonnige Gemüt von niamandem zu stören.
Der Ölpreis kann schon entsprechend dem “eigenen Narrativ” nachhaltig gar nicht runtergehen, wenn die die arabische Ölinfrastruktur – ev. mit Ausnahme des nicht-kurdischen Irak – durch iranische Raketen und Drohnen zerstört wurde
(das “bisserl” ebenfalls zerstörte iranische Ölinfrastruktur taugt höchstens als “Draufgabe”;
überhaupt scheinen die iranischen Öl-Exporte aus unterschiedlichen, meist “entgegengesetzten” politischen Motiven ständig gehypt zu werden. Der Iran, ein Riesenland mit fast 100 Mio. Einwohnern braucht 2 Millionen. Barrel selbst, weniger als ein Fünftel der EU,
und kann bzw. konnte vom Rest seiner Produktion vlt. ein wenig – ohne Reimporte – nach China ausführen, eine eher vernachlässigbare Quantität – siehe dazu u.a. Statistical Review 2025, p.26 ).
Wenn die Volksrepublik wirklich einen Einfluss auf die US-Entscheidung aus dem Golf von Oman abzuziehen hatte, dann nicht wegen irgendwelcher seltener Erden oder glaubwürdiger militärischer Drohungen,
sondern weil Xi den Donald in Peking wohl an dessen eigene “NSS 2025″ erinnert hat, und daran, dass der Arabische bzw. Persische Golf garantiert nicht zur “Hemisphäre” der Amis gehört
- im Gegensatz z.B. zu Venezuela.
Was immer die Trump-USA, China und die Russen da genau am Köcheln haben mögen,
der Ölexport von hinter der Straße von H. ist offenkundig nachhaltig am Ende, auch wenn – hurra – neuerdings 25 “Schiffe” den Engpass passiert haben sollen.
Das mag zwar für alle möglichen Tagträume ausreichen, nicht aber dafür, dass in absehbarer Zeit wieder 20 mmbd Öl hinausgeschippert werden, oder auch nur 70 Prozent davon, wie Goldman glaubt.
Die “Normalisierung” ist ein ähnliches Gschichterl wie all die tröstlichen Märchen über den “Ukraine Krieg”. Die bittere Wahrheit ist, dass dass die russische Benzinproduktion im Juni um 25 Prozent gefallen ist,
angeblich wegen der ukrainischen Drohnenangriffe,
in Wirklichkeit aber eher, weil Rosneft & Co. immer weniger zu “verarbeiten” haben. ![]()
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