Zum E-Mobilitäts-Cheerleading in der östlichen Alpenrepublik

Dieser Blogger, der zugegebenermaßen leicht zu triggern ist, geht in Saft, wenn er den Eindruck gewinnt, dass “Berichterstattung” zur Bejubelung erwünschter  Entwicklungen zweckentfremdet wird – und genau das schien ihm schon in den vergangenen drei, vier Tagen bezüglich der Rolle der Elektromobilität in Österreich der Fall zu sein. Am Sonntag brachte ein ORF-Radio-Beitrag mit der nämlichen Schlagseite dann das Fass zum Überlaufen. Während wieder einmal nichts manifest Falsches gesagt wurde, wird dort mithilfe der Neuzulassungen der irrige Eindruck erweckt, dass in Ö. die elektrifizierte Individual Mobilität vor dem Durchbruch stünde.

Das wird erreicht, indem man die zweifellos hohen Steigerungen bei den Neuzulassungen von PKws mit “alternativen Antrieben” so darstellt,

dass der Laie den Eindruck gewinnt, hier sei ein massenhafter Umstieg auf eine neue Technologie, der die Zukunft gehört, im Schwange.

Das wohl abgestimmte Vorgehen von Journaille, Experterln und Pressesprechern lässt dabei Erinnerungen an den Witz von der Stalinschen Statistik aufkommen, die vor fast hundert Jahren gezeigt haben soll,

dass die Traktorenproduktion der UdSSR von einem Jahr auf’s nächste

um 100 Prozent gesteigert werden konnte

(nämlich von einem auf zwei Traktoren, wie ergänzend erläutert wurde).

Die heutigen “Traktoren der westlichen Statistik” sind Nichtverbrennerautos, von denen zuletzt im Jahresabstand 25 oder 30 Prozent mehr neu registriert worden sind

- was formell ein beachtliches Wachstum ist, nur:

  • erstens werden auch 2025 und ’26 fast zwei Drittel der neuen Autos – und dann noch überproportional viele Batterieautos und Diesel-Hybride – von Firmen und Ämtern gekauft/neu zugelassen (sind für Firmen steuerlich übrigens eine “Anschaffung” bzw. “Betriebsausgaben”, wenn auf Pump finanziert) und
  • zweitens sind die von den “PKw mit den alternativen Anntrieben” gepushten, für heuer erwarteten Neuzulassungen alles andere als berauschend. Vor der Pseudo-Seuche von 2020 waren in Ö. PKw-Neuzulassungen von mehr als 300.000 die Regel. Die privaten und nicht-privaten Autokäufer haben heute einfach nicht mehr so viel Geld/Kredit, steht zu vermuten.

Derlei wird von anagitierten Journos, angeblichen Experten und einschlägig interessierten Pressesprechern natürlich souverän ignoriert.

Weil große Teile der Journaille und diverse Experterl E-Autos cool finden, oder weil der eigene Konzern ein Viertel der neu zugelassenen Batterie-Autos hergestellt hat.  :mrgreen:

Unter dem Strich handelt es sich bei den E-Autos um ein Randphänomen, 3 – 4 Prozent des hiesigen “Bestands”,  je nachdem, ob man diese am PKw- (5,3 Millionen) oder dem KfZ-Bestand (gut 7 Millionen) misst.

Unabhängiger Journalist

Comments are closed, but trackbacks and pingbacks are open.