Der Iran und die USA haben in einer Art Gemeinschaftsproduktion die Meeresenge von Hormuz dicht gemacht, durch die bis März dieses Jahres 15 – 20 Prozent des weltweit verbrauchten (“definitorischen”) Öls geflossen sind. Der von den Israelis und US-Amerikanern bombardierte Iran hat die Öl produziernden arabischen Staaten des “Golfs” hinter der “Straight of Hormuz” quasi in den Schwitzkasten genommen,
während die USA mit ihrer Seeblockade wiederum den Iran quasi in den Schwitzkasten genommen haben – nur dass der persische Schwitzkasten zehnmal größer ist. Deswegen wird die sg. Weltwirtschaft am meisten leiden, regional angeführt von den “Asiaten”, westlich orientiert oder nicht.
Freunde historischer Game-Fiction können sich das aktuelle Kräftemessen zwischen dem Iran und den USA auch als einen Kampf zwischen mittelalterlichen Raubrittern und frühneuzeitlichen Piraten imaginieren.
Das hat wirklich zwar nie stattgefunden, aber was im europäischen Mittelalter über Flüsse gespannte Ketten waren, wären in der Game-Fiction unseres Computerzeitalters halt iranische Raketen, während die US-Navy den Fluch der Karibik-Part spielt.
Real ist an der Situation freilich, dass jede Seite die andere zu strangulieren versucht,
wobei die Iraner bisher erfolgreich großen Teilen der arabischen Ölproduktion die Luft abgeschnürt haben, wohingegen
die imperialen Blockade-Piraten im Golf von Oman erfolgreich iranische “Rohöl-Exporte” nach China (und wohl auch “Produkten-Importe” von dort) unterbinden.
Der US-Finanzminister hat das dem Fox News-Pubikum vor kurzem ja wieder sinnfällig gemacht (“We are suffocating the Iranian regime”),
nachdem sein Chef schon vorher verlautet hatte, das Mullah-Regime ersticke gerade wie ein gespickter (gefüllter) Schweinsbraten (oder ein Plüsch-Schweinchen), ahem.
Trumps schiefes Bild scheint aber auf Tatsachen zu beruhen, ebenso wie
die überquellenden iranischen Öl-Lager, über die in den vergangenen Tagen ja so viel berichtet wurde.
Dieser Blogger ist heute ausnahmsweise geneigt, dem im Middle East Eye zitierten stellvertretenden iranischen Ölminister - cum grano salis - Glauben zu schenken,
der jüngst erklärt hat, der Iran produziere aktuell 1,5 mmbd Öl, wovon 200.000 Barrel über das türkische Ceyhan exportiert würden
(und, ergänzungshalber gesagt, nix mehr über die “see-blockierte Enge von Hormuz”).
Das kann hinkommen, soll der Iran vor dem Start der US-israelischen Bombardiererei doch angeblich das Dreifache erzeugt haben, sodass aktuell
selbst eine gedrittelte Öl-Produktion ausreicht, um schnell einmal die Lagermöglichkeiten im Land zu übersteigen (pre war soll der Iran ja 1,3 bis 1,7 mmbd Rohöl exportiert haben, was möglich, aber schwer zu glauben ist).
Blöderweise besteht der zweite, weitaus wichtigere Teil der Hormuz-Saga darin, dass der Iran die Meeresenge kontrolliert und sich Öl-Tanker nicht durch diese trauen (oder Zoll zahlen wollen)
und das macht ungefähr die zehnfache Menge der jetzt abgeschnürten iranischen “Exporte pre war” aus.
Nämlich brutto 20 mmdb oder aktuell 14 – 15 mmdb, wie dieser Tage Analysten kalkuliert haben,
Mengen, die überwiegend nach Japan und andere (süd)ostasiatische Staaten inklusive China gegangen sind.
Wär’ interessant zu erfahren, ob die Asiaten (und wir Europäer) jetzt auch wie Trumps Schweine ersticken, vlt kann Marco Rubio aushelfen.
Bild: Almajidy, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, siehe hier.
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