Treibstoffe: Ein seltsamer Zufall in Raffinerie Schwechat-Mannswörth

OMV Oil Refinery in Schwechat, Austria.Vorgestern hat sich ein mysteriöser “mechanischer Zwischenfall” in einer OMV-Raffinerie ereignet und die Umstände haben für diesen Blogger zunächst für die alt bekannte Combo aus Beschwichtigen & Vertuschen gesprochen. Mittlerweile stellt sich aber die Frage, ob hier nicht die Anfänge einer Narrativbildung zu sehen sind, die davon ablenken soll, dass die EU wenige Stunden davor einen Importstopp für via Schiff geliefertes russisches Erdöl beschlossen hat.  Edit zur “Timeline”.

Für Tankende beiderlei Geschlechts bleibt es sich im Endeffekt gleich,

ob es wegen eines “technischen Gebrechens” keinen Diesel an den Zapfsäulen mehr gibt, oder ob unsere “leaders/ambassadors” dies mit dem Beschluss ausgelöst haben, ab sofort kein “Putin-Öl” mehr zu importieren (siehe auch hier)

- für das sich demokratisch nennende Polit-Gesindel in Brüssel und den Hauptstädten der EU-Länder könnte das freilich den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

In einem Fall wäre “höhere Gewalt” am Werk und im anderen hätten unsere Politicos sich und ihrer Klientel bewusst ins Knie geschossen – wofür sie womöglich “außerjustiziell noch zur Rechenschaft gezogen werden”.

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Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheint nicht viel mehr als eine seltsame zeitliche Koinzidenz  für die These zu sprechen, dass der Zwischenfall in der ostösterreichischen Raffinerie fabriziert worden sein könnte.

Das erste Medium, das das Thema aufgegriffen hat, war die auch online publizierte Lokalzeitung NÖN, deren Schwechater Büroleiter gegen Freitag Mittag über den “mechanischen Zwischenfall” informiert wurde, wohl informell über Telefon.

Vier Stunden später kam die OMV mit einer ratlos wirkenden Presseaussendung daher und am Samstag gab die Regierung in Wien Diesel- und Benzinreserven frei.

Der angebliche Unfall hat sich demnach in den Früh- oder Vormittagsstunden des Freitag  ereignet

- ein paar Stunden, nachdem die EU-Botschafter das “sechste Sanktionspaket” gegen Russland beschlossen haben.

Diese Sanktionen unterbinden den Zufluss von russischem (und de facto wohl auch kasachischem) Erdöl via Schiff, was auch die Raffinerie Schwechat voll trifft.

Wie diversen Quellen zu entnehmen ist – siehe u.a. hier -, stammt das Rohöl für Schwechat aus Triest,

wo Tankschiffe dieses in die TAL-Pipeline einspeisen, die hauptsächlich an Verarbeitungsanlagen in Süd- und Mitteldeutschland liefert.

Diese Raffinerien versorgen große Teile Deutschlands mit Treibstoff

- 18 Prozent der eingespeisten Menge geht aber in die OMV-Raffinerie in Schwechat.

In den nächsten Tagen/Wochen sollte man beobachten, ob Burghausen, Ingolstadt oder Karlsruhe ähnliche “mechanische Zwischenfälle” wie den jüngsten in Schwechat vermelden…

Bild: Dimitry Anikin, CC0, via Wikimedia Commons

Edit, 7.6. 2022, 11.15 Uhr: Dieser Blogger wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der “mechanische Zwischenfall” in Schwechat bereits am Freitag und nicht erst am Samstag stattgefunden hat (Danke) – entsprechende Korrekturen im Text sind erfolgt.

Das sechste Sanktionspaket der EU wurde am Tag vorher beschlossen. Danach freilich scheint ein weiterer Tag vergangen zu sein bis Wien die teilweise Freigabe von Energiereserven beschlossen hat. Das ist am Samstag erfolgt.

Unabhängiger Journalist

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