2 Gas-G’schichtln: Zwischenstand II

Vor zwei Monaten gab’s hier eine Zusammenfassung des aktuellen Stands zweier Giftgas-G’schichtl, die verwendet werden um Propaganda gegen Russland zu machen. Hier nun ein “update”: In Salisbury (UK) soll eine Person gestorben sein, die in Kontakt mit angeblich im Fall Skripal verwendetem, in der früheren Sowjetunion erzeugtem Nervengift gekommen ist. Und im syrischen Douma, legt die OPCW nahe, wurde wohl kein moderner Kampfstoff, möglicherweise aber ein seit 100 Jahren bekanntes Giftgas eingesetzt. NB zu Russen und Anglos.

Die Nachricht vom Tod einer 44-jährigen Frau, über die derzeit (noch) wenig bekannt ist, wirkt, als hätte eine interessierte Seite “nachgeliefert” um bei der zentralen Schwäche der ersten Nowitschuk-Story nachzubessern: die mangelnde Glaubwürdigkeit des offiziellen Narrativs.

Nach der Lesart der britischen Regierung hat Russland das einst auf sowjetischem Boden produzierte Nervengift eingesetzt um in Salisbury einen Anschlag auf den früheren russisch-britischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter zu verüben.

Dieses Narrativ wurde jedoch schnell unglaubwürdig, weil sich die Fragen aufdrängten, warum die Skripals nach dem Kontakt mit Nowitschuk noch lange shoppen gegangen ehe sie zusammengebrochen sind und warum sie den Anschlag mit dem Kampfstoff überhaupt überlebt haben.

Die nun lançierten Vorgänge scheinen zu bestätigen:

  • im Fall der Skripals wurde sehr wohl Nowitschuk eingesetzt und
  • Nowitschuk ist tödlich.

Hmmmm….

***

Für den am 7. April erfolgten angeblichen Giftgasangriff auf Zivilisten östlich von Damaskus hat die OPCW einen Zwischenbericht veröffentlicht, der zweierlei nahelegt:

  • Es wurden von der OPCW-Fact finding mission bisher keine Spuren des relativ modernen Kampfstoffes Sarin entdeckt, der urprünglich in Presseberichten angeführt wurde.
  • Sehr wohl aber mögliche Spuren von Chlorgas, was auf einen militärischen Einsatz hindeuten könnte. Die Proben lassen freilich keinen klaren Schluss zu. Die gefundenen Verbindungen wurden bisher nicht in samples aus dem behandelnden Spital gefunden und sind auch nicht “eindeutig”. Dieses Zeug wird auch zum Desinfizieren von Trinkwasser und für Swimming-Pools verwendet. Sollte Chlorgas eingesetzt worden sein um Menschen zu töten und/oder “die Presse zu beindrucken”, hat man etwas eingesetzt, was im ersten Weltkrieg 1914 ff. an der Front verwendet wurde. Hmmmm….

Wie bekannt, lieferten die Vorfälle die Begründung für eine Woche später erfolgte westliche Raketenangriffe auf Syrien – siehe u.a. hier.

Nachbemerkung, 9.7. 2018, 12.00 Uhr: An alle, die in diesem Blogger einen “Moskowiter” zu erkennen glauben:

Ich traue den Russen weiß Gott nicht. Den Anglos und ihren Geheimdiensten aber auch nicht.

Unabhängiger Journalist

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