Der Brexit & wie die kontinentalen EU-Groupies diesen heute sehen

Brexit-Monitor - Statistisches Bundesamt_bearbeitet_02
Screenshot Destatis, Brexit-Monitor,eigene Bearbeitung

Vor zehn Jahren haben die Briten für den Austritt aus der EU gestimmt, der vor fünf Jahren auch wirklich stattgefunden hat. Für die EU-Groupies in den MSM-Redaktionen war dieser Schritt eine einzige Katstrophe, siehe z.B. hier und hier, weil a) die Wahlversprechen der Austrittsbefürworter nicht eingelöst wurden (unerhört, kommt sonst praktisch nie vor!) und b) weil die britische Wirtschaft nicht so stark gewachsen ist, wie sie ansonsten hätte wachsen können. Blöderweise ist die britische Wirtschaft ähnlich, vlt. noch einen Hauch stärker gewachsen als die EU-Wirtschaft, nimmt man den konventionellen – wiewohl eher untauglichen – Maßstab des Bruttoinlandsprodukts her.

Unsere EU-Groupies lassen sich in ihrer “Jubiläums-Berichterstattung” durch nichts irritieren, auch nicht dadurch, dass Mr. Wieder-Annäherer in chief soeben zurückgetreten ist und Mr. Austrittsbefürworter in chief gerade einen dicken Wahlsieg eingefahren hat

(aber vlt. macht gerade das den Unterschied zwischen Informationskriegern und echten Journalisten aus).

Nun scheint es richtig, dass sich praktisch nichts von den vor dem Referendum von den Austrittsbefürwortern in Aussicht gestellten Dingen materialisiert hat, aber derlei ist

  • bei Wahlkämpfen international so üblich und
  • weitgehend wohl auf andere Ursachen zurück zu führen als auf die (Nicht-)EU-Zugehörigkeit.

Es ist diesem Blogger jetzt zu blöd darüber zu pontifizieren, aber ein Blick auf eine mit OECD-Daten gefütterte Grafik von Destatis (siehe oben) sagt einem, dass gemäß der konventionellen Sicht

  • sich die britische Wirtschaft mit und ohne EU ganz ähnlich entwickelt hat wie die kontinentaleuropäische und
  • dass beide seit langem nahe der Nullwachstumslinie herum grundeln.

Das hat den Grund, dass die GDP-Metrik

  • allgemein “wg. Kreditgeld-System” sowieso nur bedingt aussagekräftig ist und
  • speziell, dass der “Energie-Input” sowohl in der (bereinigten) EU als auch in UK weitgehend gleich geblieben ist (und die stärksten “Ausschläge” nach oben in den Nach-Corona-Jahren 2021 und 2022 stattfanden).

Zum Schluss und v.a. um zweiteren Punkt “mit Zahlen zu versehen”, eine Tabelle über die vergangenen fünf Jahre, deren Werte aus der “Statistical Review of World Energy 2025″,  pp. 13 und 21 stammen

(die neueste Ausgabe mit den jüngsten Zahlen kommt leider erst in ca. einer Woche heraus – aber 2020 bis 2024 tut’s auch).

Der Tabelle ist IMO auch zu entnehmen, welchen dramatischen Rückgang die UK-Ölproduktion in der Nordsee hinzunehmen hatte – von gut 1 Million Barrel pro Tag auf deutlich weniger als 700.000 Barrel

(was freilich nicht allzuviel ist, wenn man bedenkt, dass Großbritannien gegen 2000 noch etwa 3 mmbd gefördert hat).

Öl-Prod. UK, in mmbd Total Energy UK, in Exajoules Total Energy EU, in Exajoules
2020  1,05  06,65  53,59
2021  0,87  06,75  56,76
2022  0,81  06,73  54,16
2023  0,72  06,42  51,71
2024  0,65  06,43  52,02

Unabhängiger Journalist

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