E. interessanter & problematischer Blick auf den “Iran-Krieg”

Dieser Blogger, der seinem spanischen “Kollegen” Quark viel verdankt – und der vieles ähnlich sieht wie dieser -, hat massive Probleme mit dem neuesten, nunmehr auf “Substack” erschienen Text über den aktuellen Golf-Krieg (“Un plan maquiavélico”). Es sieht so aus, als ob Quark, dem man nicht so schnell etwas über Erdöl erzählen kann, dazu neigt auf Kriegs-Bluffs hereinzufallen, vor allem, wenn diese von der Propaganda der vermeintlich “richtigen  Seite” verstärkt werden.

Vorbemerkung: Dieser Blogger hat – wie Quark selbst – keine “Kristallkugel” und kann daher keine “sicheren Vorhersagen” machen.Es lässt sich auch nicht ausschließen, dass das US-Militär entweder in einem Verzweiflungsakt mit ungenügenden Kräften versucht, die “street of Hormuz” doch noch unter “westliche Kontrolle” zu bringen, oder dass viel mehr als öffentlich bekannt heran gekarrt wurde, um eine Landungsoperation erfolgreich zu machen.

Auf Basis der Nachrichtenlage aus den “Mainstream-Medien”, auf die sich auch Quark beruft, hält dieser Blogger eine Invasion etwa südöstlich von Kharg aber für zweifelhaft und geht davon aus, dass sich das US-Militär bald zurückziehen wird, nachdem der Donald prahlerisch den Sieg über das “Regime in Teheran” verkündet hat (“mission accomplished”).

Den Ausgangspunkt des Räsonnements Quarks versteht dieser Blogger, fragt er sich doch selbst ständig, wie um alles in der Welt es möglich sein könnte, dass die diversen “Eliten” dieser Welt nicht über das anstehende globale Energie- und Ressourçen-Problem Bescheid wissen.

Von daher ist es sogar wahrscheinlich, dass informierte US-amerikanische “TPTB” Pläne zur (für sie selbst) bestmöglichen Bewältigung der schlimmen Situation machen, militärische Pläne inklusive.

Es kann durchaus sein, dass es dabei nicht um die ohnedies illusionäre Bewahrung der internationalen Reservewährung, eines “Petrodollar ohne (mittelöstliches) Petro” geht, sondern um den in der neuen Sicherheitsstrategie angetönten Rückzug in die “eigene Hemisphäre”, die neu (und alt: “Monroe-Doktrin”) als “die Americas” definiert werden.

In diesem potenziellen Herrschaftsbereich könnte ein “inländicher US-Dollar” für 10, 15 Jahre weiterhin als Zahlungsmittel dienen

und die Ressourçen durchaus noch vorhanden sein,

  • ob schweres Erdöl aus Kanada oder Venezuela, das man dem leichten US-Schieferöl beimischen kann, oder
  • etwa Kupfer aus Chile oder
  • Silber aus Mexiko und Peru.

Doch genug auch dieser Spekulation meinerseits.

Worauf dieser Eintrag letztlich hinaus will, ist eine Einschätzung der Erfolgschancen einer angeblich bevorstehenden “Bodeninvasion” um die “Straße von Hormuz!””, die auch Quark alswahrscheinlich ansieht.

Wenngleich eine Landungsoperation auf “geduldigem Papier” plausibel klingen mag, stellt sich doch die Frage, ob eine solche militärisch überhaupt machbar wäre:

  • Erstens ist nicht einmal die im Westen als sicher angenommene US-Luftüberlegenheit in der Region unbestreitbare Tatsache.
  • Zweitens scheinen die für einen solchen Zweck mobilisierten, öffentlich bekannten US-Ressourçen ungenügend, sofern der lokale iranische Kommandant nicht “anderweitig dazu bewegt werden kann” die Waffen zu strecken oder gar überzulaufen. Wie vor etwa einer Woche berichtet wurde, haben die USA zusätzlich 4.500 Marines und 2.000 Fallschirmjäger in die Region entsandt, was – wenn das alles ist – klar zu wenig ist. “Konventionelles Kriegswissen” geht davon aus, dass entscheidende Erfolgsfaktoren für eine Landungsoperation a) überwältigende Überlegenheit zur Luft und am Wasser, b) gesicherte Nachschubwege und c) eine zahlenmäßige Überlegenheit von wenigstens 3:1 gegeben sein muss. Was immer davon vor 82 Jahren in der Normandie gegeben gewesen ist, dürfte im “aktuellen Kriegstheater” nahe der Straße von Hormuz nicht gegeben sein.
  • Drittens, hier lediglich als “Apropos” vermerkt (und weil Quark es selbst erwähnt): Die jüngste Entlassung dreier Army-Generäle muss nichts mit dem aktuellen “Golf-Krieg” zu tun haben, ist die Army doch jene aus den vier US-Waffengattungen, die bisher nur wenig mit dem Krieg zu tun hatte (die Marines und die Airforce umso mehr). Das einzige Army-Verbindungsglied des “US-Aufmarschs am Golf” scheinen die 2.000 Fallschirmjäger der “82. Airborne-Division” zu sein. Die anderen gut zwei Drittel kommen von den Marines.
  • Und viertens, für eine “schnelle Kommandoaktion” sind das a) die “falschen Truppen”, die b) zu weit von möglichen Einsatzorten an Land gehen würden. Natanz etwa liegt 800 km weiter nördlich im Landesinneren, Teheran überhaupt 1.000 km. Auch eine “Regime-Destabilisierung” könnte von “boots on the ground” nicht erwartetwerden, eher im Gegenteil.

Diese Perspektive beruht, wie gesagt, auf öffentlich bekannten Informationen, die weder akkurat noch vollständig sein müssen. Geplantes militärisches Vorgehen wird üblicherweise “nicht im Vorhinein kommuniziert”.

Unabhängiger Journalist

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