Aus einer reinen Angebots/Nachfrage-Perspektive ist nicht eingängig, warum die Sperre der Straße von Hormuz einen Kollaps des weltweiten Systems bedeuten muss, macht der absehbare Ausfall der Lieferungen durch die “Strait” doch lediglich 13- 14 Prozent des weltweit verbrauchten “definitorischen Erdöls” aus. Ganz anders ist die Sachlage freilich, wenn man a) die russischen Exporteinbußen durch die Sanktionen nach ’22 speziell in “Europa” addiert und b) den Ausfall am Arabischen/Persischen Golf und die wahren russischen Exportausfälle auf schwereres, “dieselfähiges” Rohöl bezieht. Dann kommt man auf gut 25 Prozent.
Das scheinen wegen der unangenehmen politischen Schlussfolgerungen weder West noch Ost anerkennen zu wollen
- ein Unterfall der hie wie da verbreiteten fake news durch Auslassungen und Verschweigen.
Die Mathematik hinter dieser meiner Tatsachenbehauptung im Vorspann ist folgende:
Gemäß dem “Short Term Energy Outlook” der US-EIA von Juni 2026 hat die weltweite Produktion von “all liquids” im vergangenen Jahr etwa 106 mmbd und jene von “Crude Oil” 79 mmbd betragen (Tabelle 3a des STEO, Quartalszahlen addiert & dividiert).
Von diesen (gerundet) 80 mmbd sollte man – ebenfalls gerundet – sofort aber etwa 25 Prozent abziehen, weil dieser Anteil beispielsweise von der ENI als “light & sweet” klassifiziert wird
- ein “Stratum”, das kaum zur Produktion von Diesel verwendet werden kann
(höchstens nach Beimischung von schwererem, schwefelhältigerem Öl), siehe dazu u.a. “World Energy Review 2025″, Unterkapitel “production quality world”, ab p96 im PDF.
Auf diese verbleibenden 60 mmbd muss man die Minderlieferungen von hinter der “Straße von Hormuz” (13,5 mmbd) sowie die realen Exportverluste der Russischen Föderation nach 2021 beziehen.
Während für ersteren Faktor Schätzungen mindestens eines US-Investmenthauses existieren, muss zweiteres mühsam und mit einigen Unsicherheiten berechnet werden. Das ist so, weil z.B. die behaupteten russischen Lieferungen nach Indien/Mumbai praktisch nicht durchführbarer Larifari sind,
anscheinend eine regierungsamtliche Propagandalüge, die vom “Westen”akzeptiert und sogar noch verstärkt wird. Nach Berechnungen dieses Bloggers haben die Russen seit 2021 etwa 3 mmbd Rohöl an Lieferungen nach “Europa” verloren – noch bevor der “Südarm” der Druschba zur Jahreswende 2024/25 gänzlich “abgedreht wurde”).
Die Mathematik dahinter ist, dass die RF 2021 noch 4,3 mmbd nach Europa geliefert hat, 2024 aber nur mehr 1,3 mmdb (beides inklusive “angepasstem” Rohöl-Anteil für raffinierte Produkte – “Raffineriegewinn”).
Diese 3 mmbd mögen marginal noch durch Mehrlieferungen an China über die ESPO bzw. Komárno teilkompensiert worden sein, aber wohl nicht allzu stark. Auf der anderen Seite steht z.B. der erst ab 2025 wirksam werdende Exportstopp ggü. H und SK, sowie der erst mit Verzögerung wirksam werdende EUAbnahmeboykott für russischen Diesel,
sodass ein Verlust von 3 mmdb in Europa heute daher konservativ erscheint; die für 2024 behaupteten knapp 1,8 mmbd russisches Erdöl für Indien scheinen diesem Blogger jedenfalls propagandistischer Quatsch zu sein.
In beiden Fällen handelt es sich – in “Konkordanz” mit den beiden Produktionprofilen, ENI – um mittelschweres, saures Öl, das zur Herstellung von “Mitteldestillaten” wie Diesel oder Kerosin geeignet ist.
Bezieht man die kumuliert 16 – 17 mmdb auf die oben erläuterten 60 mmdb “dieselfähigen Rohöls”, kommt man auf den Ausfall von mehr als 25 Prozent jenes “Stoffs”,
aus dem “das Herzblut unserer Industriegesellschaften” produziert werden kann.
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