Der Iran hat dieser Tage erklärt, dass er mehr als 30 u.a. nach China liefernden Öltankern das Passieren der “Straße von Hormuz” erlaubt, was sich nach Meinung dieses Bloggers am besten mit “Öl tröpfelt weiterhin durch den Flaschenhals zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten” übersetzen lässt. Weil die iranische Propaganda hier aber gut ins Desinformations-Konzept gewisser westlicher Staaten und Agenturen passt, wird diese interessensgeleitete Information der einen von der anderen Seite Seite hinaus geplärrt, als sei in unserem Sonnensystem soeben ein neuer Planet entdeckt worden. Dabei scheinen die Mengen, um die es sich selbst unter günstigen Annahmen handelt, eher marginal.
Die 30 Schiffe, die laut Tasnim und Fars jetzt eine iranische Durchfahrtsgenehmigung kriegen, sind eine Art Informations-Attrappe, die derart vage ist, dass sie
- real alles Mögliche bedeuten kann, sogar, dass
- das Behauptete stimmt.
Um ermessen zu können, welche Bedeutung diese “frei gegebenen” Öl- bzw. Ölproduktentanker haben,
wäre es z.B. gut, wenn dazu gesagt würde,
- welches (kumulierte) Fassungsvermögen diese “vessels” haben,
- wie viele solche Genehmigungen bisher erteilt wurden,
- unter welcher Flagge die Kähne fahren,
- woher sie kommen und
- ob sie alle für China bestimmt sind.
Aber nichts da! Weitere Angaben werden nicht gemacht und
sind für Informations-Attrappen anscheinend eh unnötig.
***
Also muss man sich auch ohne diese Angaben ein Bild machen.
Das geht, weil der Tanker-Verkehr über die “SoH” in den vergangenen Jahren genau unter die Lupe genommen wurde
und sich diese “Ansätze” nicht von einem Tag auf den nächsten ändern.
Also:
Eine spezialisierte Research-Firma (der ich das übrigens nicht im entferntesten glaube),
geht davon aus, dass jedes Schiff auf einen “gewichteten Durchschnitt” von 1,2 Mio. Barrel von welcher Flüssigkeit auch immer kommt,
was für die “30+Genehmigungen” auf 30 x 1,2 Mio Fass = kumuliert mehr als 36 Millionen Barrel hinaus läuft.
Derlei wäre ein “nennenswerter Beitrag”,
wenn – sagen wir – alle drei Tage so viele Genehmigungen erteilt würden,
nicht aber, wenn sich das auf einen längeren Zeitraum bezieht.
In diesem Fall sollte man eher von einem “Furz im Wind” sprechen, denn
diese 36 Millionen Barrel sollten z.B. auf den
gesamten Produktionsausfall dieser Region bezogen werden,
der seit Kriegsbeginn Ende Februar “brutto” 20 mmdb x sagen wir: 70 (Tage) beträgt, also
1,4 Mrd. Barrel.
- mithin ungefähr 2,6 Prozent.
Das heißt, die 30 “genehmigten Schiffe” mit ihren (errechnet) mehr als 36 Millionen Barrel sehen zwar nach viel aus,
sind im “großen Gang der Dinge” vermutlich aber ein “Lercherlschas”.
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