Für selbst reparierende Maschinen mag Wachstum nicht begrenzt sein,

doch selbst das ist fragwürdig. Menschen sind Kreaturen, die unterschiedliche Zuflüsse von Energie benötigen. Dass die 130.000 Gtoe, mit denen die Sonne jedes Jahr die Erde bestrahlt, ausreichend genutzt werden können, muss erst bewiesen werden. Menschlicher Erfindergeist kommt nicht automatisch zu mit Naturgesetzen kompatiblen Ergebnissen, wenn “Marktgesetze herrschen” oder die “Belohnung für Innovatoren” groß genug ist. Die Sturm- und Drangphase der Digitalisierung lässt sich nicht naiv auf die analoge Welt übertragen. [Read more...]

Klima: Die grundvernünftige Darstellung eines Erdölingenieurs

cover_speightPetroleum-Experte James G. Speight, hat über den globalen Klimawandel auf eine Weise geschrieben, die ihn zum modernen Erzleugner qualifiziert (weil er sagt, dass Klimawandel und -variabilität auch natürliche Ursachen haben). Für S. ist anthropogenes Kohlendioxid während der vergangenen 150 Jahre zwar ebenso wichtig wie z.B. die Sonne oder “kurzfristigere” Meeres-Oszillationen; weiter ausholend stattet Speight aber die Vulkane ebenso mit “klimatischer Agency” aus wie z. B. das “längerfristige” thermohaline Förderband oder die seit der letzten Eiszeit veränderte Neigung der Erdachse (die sich in absehbarer Zeit wohl nicht ändern werde). [Read more...]

Bolz & die CO2-Hopser

Bolz_Cover_resizedDer pensionierte Medienwissenschafter Norbert Bolz, der “die klassischen Massenmedien inzwischen abgeschrieben hat”, hat eine Aufsatzsammlung veröffentlicht, in der er Phänomene wie Angst(lust), Panikmache & Katastrophismus seziert. Seine “Initialzündung” ist der infantile Kult um das Kohlendioxid und dessen angeblich überragende Klimawirksamkeit. Während viel Wahres & Amüsantes über die “Lust an der Apokalypse” gesagt wird, läuft eine solche Haltung Gefahr, “das Kind mit dem Bad auszuschütten” und eine evolutionspsychologisch sinnvolle Emotion zu diskreditieren. [Read more...]

Metamorphosen d. Cyber-Diktatur

cover_resizedDer mit verschiedenen Staaten koordinierte Griff nach der Macht durch große Digitalkonzerne wird in zwei ähnlichen, doch gegensätzlichen Lektüren analysiert. Für Michael Rectenwald, einen vom Glauben abgefallenen Ex-Trotzkisten, gemahnt die kommende Cyber-Diktatur an Stalins Archipel Gulag und für Cédric Durand, einen quasi-marxistischen Sorbonne-Professorcover_durand_resized, ist das für ihn sich abzeichnende System so neoliberal-libertär, dass es sich gerade in einen technologisch fortgeschrittenen, aber  brutalen und “retrograden” Neo-Feudalismus verwandelt. [Read more...]

Euda Schwede! Auch “Wickie & die starken Männer” handelten Sklaven

Viking-Age Trade.inddEin neuer Sammelband von Mittelalter-Archäologen nimmt die nordeuropäischen Silber-Horte der Wikinger-Zeit unter die Lupe, speziell die Gotlands. Dabei wird ein Bild entworfen, das uns Fans der 1970er-Fernsehserie “Wickie und die starken Männer” (und heutigen Schweden) nicht so toll vorkommen mag: Die Wikinger waren in Gefangennnahme von und im Handel mit Sklaven groß im  Geschäft – das sie auch überregional betrieben, wovon die Menge arabischer Dirhams in den Horten Zeugnis ablegt. [Read more...]

Der Digitale Eiserne Vorhang senkt sich – Zitat des Tages

“What is a ‘digital Iron Curtain’? It is when Big Digital, as Professor Michael Rectenwald terms these western Tech Goliaths, become ‘governmentalities’, using a word originally coined by Michel Foucault to refer to the means by which the ‘governed’ (i.e. ‘we the people’) assimilate, and reflect outwardly, a mental attitude desired by the élites: ‘One might point to masking and social distancing as instances of what Foucault meant by his notion of governmentality’, Rectenwald suggests”. Alastair Crooke, The Digital ‘Iron Curtain’ Descends. Strategic Culture. [Read more...]

Fake News, Post Truth, Rechts-Popos & “demokratische” Politicos

Sg. Wissenschaftler haben ein paar Begriffe ausgemacht, die sich zum Kampf gegen eine besonders verabscheute Sorte Demokraten eignen: Fake News & Disinformation sollen die Unique Selling Propositions internationaler Rechts-Popos von Canberra bis Washington sein. Die zeitgenössischen Dunkelmänner lügen angeblich so massiv, dass es heute auf “die Wahrheit” gar nicht mehr ankommt. Blöderweise freilich tun das auch nicht-populistische Politicos und klassische Medien andauernd – z.B. durch Auslassungen, selektive Thematisierung und unangebrachtes Framing. [Read more...]

Neofeudal oder digitalfaschistisch? Ein Wettstreit der Analogien

cover_resizedUS-Urbanist Joel Kotkin prophezeit für eine postdemokratische (und postindustrielle?) nahe Zukunft die Rückkehr des Feudalismus in digitalem Gewand – etwas, das nur unter einer weithin unerwarteten, speziellen Bedingung möglich zu sein scheint (die Kotkin nicht einmal erwähnt). Für den Fall einer Fortschreibung der Entwicklungen vergangenen 30 Jahre wäre der Begriff “digitalfaschistisch” wohl angebrachter. [Read more...]

Eine Kritik der Datafizierung

512px-Roman-mosaic-know-thyself“Technologies of Speculation” heißt eine kürzlich erschienene Kritik der Datafizierung und wie schon der Titel des Buchs verrät, geht es um den naiven Glauben an die interesselose Objektivität Daten-getriebenen Wissens cover_resized- eines zeitgenössischen Mythos, der nicht halten kann, was er verspricht. Sun-Ha Hong bemüht in seiner Analyse scheinbar so disparate  Phänomene wie die von Edward Snowden beschriebenen staatlichen Spitzel-Technologien und hippe Selbstüberwachungsmaschinen vom Schrittezähler bis hin zum elektronischen Stimmungsanzeiger über die Messung der Leitfähigkeit der Haut. [Read more...]

Ein Zusammenstoß ziemlich ungleicher Welten

cover_collision_resizedEin US-amerikanischer Spezialist für das vorspanische Mittelamerika hat eine tiefe Geschichte des Zusammenpralls des spanischen mit dem “aztekischen” Staats- und Kulturwesen vor 500 Jahren geschrieben und war dabei auch auf Ähnlichkeiten bzw. Parallelen aus. Während es diese zweifellos gab, bleibt das Faktum, dass hier eine kriegerische, “technologisch fortgeschrittene” Metallgesellschaft auf eine kriegerische, technologisch weniger fortgeschrittene Steinzeitgesellschaft traf – mit vorhersehbarem Ausgang. [Read more...]

Ein düsteres “Big Picture” unserer energetischen Situation

cover_resizedEin in Barçelona arbeitender Physiker legt auf 120 Seiten dar, warum das bevorstehende Ende des Erdöls für unsere Gesellschaften “Game over” bedeutet und dass gegen diesen Umstand weder AKW noch Windräder oder Solarpaneele helfen. Dieses “düstere Bild” ist aus Sicht dieses Bloggers im Endeffekt zutreffend. Warum die Verstaatlichung von Waschmaschinen ein Teil der Lösung sein soll, erschließt sich ihm aber nicht ganz. [Read more...]

Jetzt auch noch GLOBALES FIEBER!

cover_cvorona_war_communism_resizedWer bisher dachte, mit Globaler Erwärmung relativ ungeschoren davon zu kommen, hat sich schön geschnitten. Mit Corona kommt jetzt noch Global Sickening dazu, wie in einem soeben erschienenen Buch erläutert wird. Wir Gretas & Louisas können freilich was gg. das Weltenfieber tun und dafür sorgen, dass Mutter Natur wieder ruhig schlafen kann. Müssen den ollen Lenin halt ökologisch interpretieren & im Russischen Bürgerkrieg 2.0 militärisch obsiegen. Easy peasy. [Read more...]

Ein Prophet mit einer politisch inkorrekten Energie-Revolution

cover_resizedDaniel, der Pul(l)itzer-Preisträger, hat einen neuen Yergin off gepullt. Der Mann, der vor 28 Jahren die autoritative Erdöl-Saga geschrieben hat, ist sich treu geblieben: Der schwarze Saft, sagt er, werde so bald nicht von der Bildfläche verschwinden, sei Gott sei Dank aber eh im Überfluss da. Diesem Hauptbefund hängt er ein paar modische Puzzlesteine zu CO2 und selbst fahrenden Autos an – und fertig ist der 500-Seiten-Wälzer. Derlei sei eine unentschlossene Haltung, moniert ein rezensierender Klimakatastrophen-Liebhaber. Yergin habe zu wenig kohärent geframt, und das Ergebnis sei “eine Geschichte ohne Zentrum”, eine “Roadmap für die… (nona)… Katastrophe”. [Read more...]

Die einen und die anderen “Flüchtlinge” nach WK II

cover_resizedEin amerikanischer Historiker hat soeben ein Buch über “Europe’s Displaced Persons” nach dem 2. Weltkrieg veröffentlicht, in dem er das Schicksal der Insassen in UNRRA-Lagern schildert – worauf die US-Journaille ob der schoflen Behandlung dieser Leute aufschrie und publizistische Weihrauchkessel für den Autor zu schwingen begann. Kein Thema sind für diese Leute die zehn Mal so zahlreichen vertriebenen Deutschstämmigen, die nicht als displaced persons gezählt wurden und denen von UNRRA und deren Nachfolgeorganisation nicht geholfen wurde. [Read more...]