Panamapapers: Mehr Lulu als Leak

Die renommierten Publizisten von ORF und Falter sowie weitere 398 internationale Journalisten haben in monatelanger Recherche herausgefunden, dass es Briefkastenfirmen in Panama gibt. Über diese lassen 12 Diktatoren & Staatsmänner, auf die US-Geheimdienste einen Gizzi haben, geheime Geschäfte abwickeln. Die restlichen Staatsmänner haben ihre Firmen eher auf den Caymans und in Nevada. Nachbemerkung, warum sich der isländische Briefkasten-Premier auf der Liste befinden könnte. [Read more...]

Fall Biró: Was Wahrheitsmedien für aufgeklärten Journalismus halten

Nämlich die Wiedergabe dessen, was in Politik und Unternehmen so von sich gegeben (bzw. was nicht offiziell dementiert) wird. Die Konstruktion der Realität geht in den Wahrheitsmedien, vormals Lügenpresse, ähnlich vor sich wie bei deren Konkurrenz, den Verschwörungstheoretikern. Die berichtete Wahrheit fußt hier wie dort auf einem selektiven Umgang mit den Fakten – nur dass der Mainstream noch eine Menge offiziöses Gequake mitliefert. Das nennt sich dann Gegenrecherche. [Read more...]

Tom Cruise statt Cruise Missile: Medienversagen in Syrien-Krieg

Klassische Medien haben nicht selten Probleme mit Wahrheitsgehalt und Akkuratesse und auch mit Bewertung und Aktualität liegen sie oft komplett daneben. Unsere schnellsten Schoßhündchen haben bei Syrien 15 Stunden gebraucht, um zu erwähnen, dass russische Kriegsschiffe im Kaspischen Meer mit Marschflugkörpern angegriffen haben. Für andere war/ist das überhaupt kein Thema. [Read more...]

Irreführen statt offen lügen – Die Manipulationstrategie der Medien

Wer frisch heraus behauptet, dass zwei und zwei fünf oder weiß eigentlich schwarz sei, hat augenblicklich ein Glaubwürdigkeitsproblem. Besser ist es da, dubiose oder gar falsche Aussagen so zu formulieren, dass im Publikum der gewünschte Eindruck entsteht – ohne sich selbst über augenfällige Falschheiten angreifbar zu machen. Das ist die Generalstrategie der Lügenmedien, der seriösen unter ihnen. Oft reichen das Ausblenden des Kontexts oder fehlende oder tendenziöse Vergleiche. [Read more...]

Zeitungssterben: Trotz ePapers bröselt die Auflage weiter

Die Österreichische Auflagenkontrolle hat ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2015 veröffentlicht, die zeigen, dass die Rückgänge bei den Tagblättern weiter gehen. Das, obwohl neue elektronische Ausgaben erstmals flächendeckend mitgezählt wurden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind die mit viel Vorschußlorbeer bedachten Tablett-Zeitungen ein Schuss in den Ofen gewesen – bisher. Doch die statistischen Grundlagen für das öffentlichkeitswirksame Comeback von Print sind gelegt. Edit zum Thema Erlösprüfung bei ePapers. [Read more...]

Querfront: Verschwörungstheorie über Verschwörungstheoretiker

Wenn “Linke”, zu deren Lieblingsbegriffen einst “Gegenöffentlichkeit” gehörte, begründen müssen, warum die Konkurrenz zu den schrumpfenden Lügenmedien zwar erfolgreich, aber bäh ist, wird’s unterhaltsam. Dann entstehen Verschwörungstheorien, die aus Mangel an Sachkenntnis das analysierte Phänomen nicht ordentlich erfassen (geschweige denn erklären) können – was die ständigen Begleiter unserer Schoßhündchenmedien ohne eine Miene zu verziehen folgendermaßen beschreiben: “X.Y. knöpft sich Verschwörungstheoretiker vor”. [Read more...]

Asyl: orf.at assoziiert EU-Grenzer mit Todesschützen an DDR-Mauer

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Quelle: orf.at

Das eigentlich an öffentlich-rechtliche Regeln gebundene Internet-Angebot des Österreichischen Rundfunk hat sich einer internationalen Kampagne zur Imagereparatur der Menschenschlepperei angeschlossen und vergleicht den Versuch, die Flut der Asylwerber einzudämmen, mit dem Vorgehen von kommunistischen Grenzschützern am Eisernen Vorhang. Das passiert indirekt, aber deutlich – indem Schlepper, die pro Person fünfstellige Beträge kassieren, mit Fluchthelfern verglichen werden, die vor 1989 halfen, “in den Westen rüberzumachen” - üblicherweise unter Lebensgefahr. [Read more...]

Asyldebatte: Die Journaille, eine feindliche Positionselite

Der journalistische Berufsstand hat einen langen Weg zurückgelegt. Er ist heute in vielerlei Hinsicht wieder dort angekommen, wo er vor zwei Jahrhunderten, bewaffnet mit dem pathetischen Ruf nach Meinungsfreiheit, begonnen hat: im Zeitalter der Zensur. Der Unterschied ist dennoch gravierend: Während sich die Blätter früher gegen die Bevormundung durch nicht-demokratische Regierung wehrten, zeichnen selbst ernannte Anständige heute Teilnehmer einer von ihnen nicht kontrollierten Öffentlichkeit als Nazis und Halbaffen [Read more...]